Covi-Diary (2)

Eddy-Baby Limonov e morto. Che cazzo!
Wir, die wir es gelesen haben, haben’s nicht vergessen: „Fuck off, America!“ Ist schon ne Weile her. Ende der Siebziger. Musste nun aber lesen, dass die Übersetzung Scheiße war. Nun denn. Oder sein Coming of Age Roman über Eddy-Baby in Charkiw. Wie hieß er nur schon: „Das Bildnis des Banditen als junger Mann.“ Das waren literarische Hämmer, die (abgesehen von einer Handvoll Ausnahmen) jedes deutschsprachige Buch zu Brei klopften.
Wir sollten das nicht vergessen. Gerade jetzt nicht.

Heute entdeckte ich, dass mein Rasierwasser auch als Deo funktioniert. In der Qura ist dies einen Entdeckung von Rang. Sonst nichts Neues. Heute die Wohnung nicht verlassen. Wie schon die Tage zuvor: Fahrradergometernd Pohrt gelesen. Liegestützprogramm. Kartoffelgnocchi fabriziert und das Rezept von Haya Molchos Falafel ausprobiert (Noch nicht frittiert). An Blumberg2 gewerkt, das eine lange Zeit gelegen ist. Erschütternde Stilmängel korrigiert. Und mich gefragt, warum einem der Scheiß nicht gleich in die Augen sticht. Tja, so ist das mit Schreiben.

Mit meiner 89-jährigen Mutter telefoniert. Ich hab ihr so ein bisschen erklärt was so los ist, wie wir nun leben. Sie hatte kaum Ahnung. Nur dass sie im Heim keinen Besuch mehr haben darf. Sie verriet mir, dass sie keine Angst vor dem Tod hat, und es ihr egal ist. Das, fand ich, war einer 89-jährigen Frau würdig.

Noch immer kein Klopapier.

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