Notwehr

„Mal angenommen“, sagte er, „ich gehöre zu einer Risikogruppe – was ich tatsächlich tue – und so’n Covidiot und/oder Coronazi rückt mir ohne Maske auf die Pelle, und will auch nicht weichen oder sich eine Maske überziehen nachdem ich ihn aufgefordert habe, dann ist doch eigentlich mein Leben bedroht, und ich habe das Recht auf Notwehrmaßnahmen. Oder? – Und wenn ich ihm dann einen Hammer auf seine Coronazi-Fresse und Covidiotnase gebe, so, dass richtig Blut fließt, damit erstens der Virenausstoß gebremst ist, und er zweitens bestimmt einen Lappen auf Nase und Fresse drücken wird, dann, so finde ich, muss mich das Gesetz in Ruhe lassen. Denn es ist eindeutig eine Notwehrsituation. Stimmt’s?“

„Stimmt“, stimmte ich zu.

Das Glück der falschen Fährten

Zu Beginn meiner Touren – die andere vielleicht als Wanderungen bezeichnen würden – lege ich mir eine Route zurecht. Aber da ich über keine teuren Wanderkarten verfüge, bin ich auf die Berfex-App auf meinem Phone angewiesen, aber da ich im Allgemeinen ein recht stümperhafter Kartenleser bin, gibt es keine Tour, in der ich mich nicht verfranze.
Was die Irrungen noch befeuert, ist, dass ich manchmal irgendwelchen Pfaden folge, die oft im undurchdringlichen Dickicht enden, und ich mich auch schon mit meinem Messer zum nächsten Pfad durchschneiden musste. Dann hören die Tiere des Waldes einen Menschen lauthals Flüche ausstoßen. Vor allem wenn der Mensch den gesamten Weg wieder zuürckgehen muss, weil es einfach kein Weiterkommen gibt.

Gestern, im Wienerwald, war es wieder soweit: Auf der Suche nach einer Abkürzung folgte ich einem Forstweg, der in einer kleinen Lichtung endete, die eine Vorrichtung mit Kette barg, die in mir den Verdacht keimen ließ, dass man hier Ziegen (Luder) festband um den Tiger anzulocken. Was immer es auch war, es ging nicht weiter, und ich musste zurücktappen.

Und was geschah da? Wasesliwas?
Ich stieß auf einen Cluster ( Myozell?) an Parasolpilzen. Etwa 10 knackige, große Kerle die ihre Schirme aufgespannt hatten. Und nicht nur das. Die ganze Gegend war voll mit Pilzen. Ich liebe Pilze. Leider sind meine Kenntnisse der Mykologie so lausig wie meine Kartenlesekunst. Also musste ich sie stehen lassen. Nur 4 große Parasole packte ich in meinen Rucksack.

Und als ich an der Bushaltestelle auf einen Kronezeitung-Dispenser stieß, gab es auch einmal eine sinnvolle Verwendung für das Hetzblatt.

Zuhause machte ich dann ein Pilzgulasch. Und heute gibt es in Butter gebratenen Parasol auf Toast mit Spiegelei.

„Das Glück der falschen Fährten“ ist auch der Titel einer Novelle von mir, die letztes Jahr bei der Edition BAES erschienen ist. Das nur nebenbei.

Ich höre schon das Geschrei …

… ma m’importa una sega!
Oder wie Jon Webb der Bukowski Verleger die Dichter, die sich über Bukowski beschwerten, wissen ließ:

„Hört auf, mich ins Ohr zu pimpern, fickt euch lieber ins Knie!“

„ … Man muss zur Ehrenrettung der Linkensagen, dass es nicht immer so war. Es gab auch glanzvolle Zeiten. Gerade die linke Bewegung verfügte über große polemische Talente. Wiglaf Droste, den sie vor einem Jahr zu Grabe getragen haben, oder Wolfgang Pohrt, den unbestechlichen Kapitalismus-Zersäger.

Aber erstens waren das manische Leser, schon das unterscheidet sie von den Netz-Epigonen. Die Lektüre der Twitterkönig*innen von heute erstreckt sich in der Regel auf zwei queerfeministische Traktate zu Rassismus und Gender, zu mehr lässt einem ja der dauernde Blick aufs Handy auch keine Zeit.

Zum anderen bezogen Leute wie Droste und Pohrt ihren Antrieb aus dem anarchischen Vergnügen, es gerade den Vertretern im linken Lager reinzureiben, die man für einfältig oder naiv oder beides zusammen hielt. Das Einzige, was die Vertreter der neuen Linken anstreben, ist, einen guten Eindruck bei der eigenen Crowd zu machen. Für deren Lob und Anerkennung ist man bereit, buchstäblich alles zu geben.

Wie soll man dieses Twitter-Strebertum nennen? Ziemlich einfach, würde ich sagen: ordinärer Konformismus.“

Der ganze Artikel von Jan Fleischhauer ist hier zu lesen:

https://www.focus.de/politik/deutschland/schwarzer-kanal/die-focus-kolumne-von-jan-fleischhauer-angst-vorm-linken-strafgericht-wie-die-sueddeutsche-zeitung-stolz-und-unabhaengigkeit-verlor_id_12577214.html

Schweizer Chuzpe

Dieses gegenseitige Aussperren von Leuten aus anderen Ländern, Regionen, Dörfern, Straßen und Hausnummern, was gegenwärtig (nicht nur) in Europa angesagt ist, hat etwas infantiles.

Ich wundere mich auch über die Chuzpe der Schweizer Regierung, die mich aus dem Land aussperrt, weil ich von Wien kommen würde. Die Schweiz zählt etwa dreimal mehr Infizierte pro Tag als Österreich.
Jeder hinzugekommene Wiener würde den Schnitt in der Schweiz senken.

Aber hier, in Österreich, kann man die Schweizer nicht aussperren. Tirol braucht sie auf den Schipisten (wie die Deutschen), und dann beim gemütlichen Aprèsschi beim Lecksmiamoasch-Wirten, damit alles wieder von vorne losgeht.

Nun denn, bleib ich halt zaus und baue das Regal für meine Tochter, schreibe, und mach meine Touren.
Gestern war ich im Tal des Schneebergs, wo es so still war, dass man einen Akkuschrauber von der anderen Seite des kilometerbreiten Tals hören konnte. Und sonst nix. Was brauch ich da die Schweiz?

Symphonische Gedanken

Ich höre eine Symphonie von Dvorak und lese online, dass die Klopapier-Zombies wieder unterwegs seien. Stimmt. Bei Hofer ist bereits eine Palette abgeräumt.
Ich denke daran, mich diesmal an der Hamsterei zu beteiligen. Leider fehlt mir das Kleingeld dazu. Also bleib ich außen vor, und muss mit dem Vorlieb nehmen was die potenteren Hamsterer mir übrig lassen. Hatten wir ja schon. Vor einem halben Jahr.
Nur diesmal wird’s heißer. In den nächsten Wochen wird es Straßenschlachten geben. Mit großer Wahrscheinlichkeit in Germany. Wenn die Tschechen schon losschlagen, dann kann man im Westen nicht nichts machen.

Im Wiener Westbahnhof wurde ein schwarzer Maskenverweigerer, der weder Maske aufsetzen noch den Bahnhof verlassen wollte, und die Security attakierte, zu Boden gerungen und fixiert bis die Cops kamen.
Nun tönt es von überall her: Rassismus!
Ist es das?
Wär’s nicht eher Rassismus, wenn der Mann nur auf Grund seiner Hautfarbe sich nicht an die Gesetze zu halten braucht?
Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und sage, dass es auch unter Schwarzen Leute gibt, die das Gesetz brechen. Huch! Ich hab’s tatsächlich gesagt.
Schätze, es steht wieder eine Demo an. „Black lives matter!“ ganz egal, was die Untersuchungen des Vorfalls aufbringen.

Nun, es die Zeit in der die Birnen weich und die Herzen hart werden.

Ich höre eine Symphonie von Dvorak. Und schreibe.

„Extrem gut“

Es gehe ihm extrem gut, ließ ein Arzt über Trumps Gesundheitszustand verlauten.
Das ist erfreulich. Aber vielleicht doch ein bisschen zu loserhaft, zu verhalten.
Wir warten auf die Verkündigung des Orangen, dass es ihm noch nie so gut gegangen sei, wie nach einer Coronainfektion.
Was den Schluss nahelegt, dass sich alle infizieren sollen, damit es ihnen auch so extrem gut ergehe, wie ihm.