Österreich-Schweiz, Blicke

Was soll ich sagen? Der Schweizer Marcel Looser schrieb auf dem „Schoepf-Blog“ über österreichische Politik und ich habe darauf geantwortet und meinen Senf dazu gegeben.
Kann man hier lesen. Oder gleich zur Blogroll cursen: Schoepfblog.
Oder es einfach sein lassen …

Statement

Diese Pressemitteilung erreichte mich heute morgen.
Ich stimme der Einschätzung und der Haltung von Franz Dobler zu hundert Prozent zu.
Der Antisemitismus und die Israelfeindlichkeit eines großen Teil der Linken, ging mir schon in den siebziger Jahren auf den Geist. Und es ist nicht besser geworden. Weder das eine, noch das andere.

presse/mitteilung

IN EIGENER SACHE – ES REICHT

Ich mache hiermit bekannt, dass ich meine Zusammenarbeit mit der Tageszeitung junge Welt nach 24 Jahren und ca. 400 Texten beende, weil ich die Haltung des Blatts btr. Nahost-Konflikt als israel-feindlich einstufen muss und damit auf keinen Fall in Zusammenhang gebracht werden möchte.

In den letzten Tagen hagelte es im Blatt Äußerungen, die weit über eine mehr oder weniger berechtigte Israelkritik hinausgehen – um nur zwei katastrophale Beispiele anzuführen: „Der vom israelischen Militär gemeldete stundenlange Beschuss mit Hunderten Raketen aus Gaza ist für die in ihre Bunker geeilten Bewohner der grenznahen israelischen Städte sicherlich traumatisch (…) Doch bei den meisten dieser Raketen handelt es sich um selbstgebaute primitive Flugkörper mit wenig Sprengkraft und Reichweite…“ (12.5.) Oder: Die „geballte Militärmacht“ Israels werde „gegen Widerstandsgruppen in Gaza“ eingesetzt (15.5.)

Innerhalb der jungen Welt habe ich in den 24 Jahren, in denen ich für das Feuilleton schrieb, immer mal wieder derartige einseitig-verzerrte Beiträge, die immer auch die bei allen Tageszeitungen zu beobachtenden Unterschiede zwischen den Redaktionen (Außen-)Politik und Feuilleton markierten, mitbekommen und hingenommen. Jetzt reicht es, die Entwicklung von Israelkritik zu Israelfeindschaft macht es mir jetzt unmöglich, weiterhin solidarisch zu sein.

Ich bedanke mich bei denen, die mich und meine Arbeiten von 1997 bis gestern begleitet haben: Conny Lösch, Christof Meueler, Peter Merg. Bessere RedakteurInnen kann man nicht kriegen. Mit schlechteren RedakteurInnen will ich auch weiterhin nichts zu tun haben.

Franz Dobler, Bergkirchen/Dachau 18. Mai 2021

Lüge, Betrug, Mord und höhere Dunkelziffer

Immer wieder kann man lesen: „Er hat vorsätzlich gelogen“, „sie hat vorsätzlich betrogen“, „Es war vorsätzlicher Mord“.

Man liest es auch von durchaus ernstzunehmenden Journalist*Innen.
Jetzt noch mal zum MItschreiben:

Lüge, Betrug und Mord geht nicht ohne Vorsatz. Der Vorsatz bildet sozusagen die Basis.

Bewusst die Unwahrheit sagen heißt: Lügen. Auch wenn man das einem Kanzler nicht gerne anhängt. Als Schurni. Lügen klingt so hart und endgültig. Aber dies ist der Ausdruck dafür. Lügen: Bewusst die Unwahrheit sagen.

Also, ihr weichpflaumigen Schreiberovskis, nehmt doch einfach das Wort, das für diese Taten vorgesehen ist. Ohne Ansehen der Person. Bitte!

Dann hättma no die „höhere Dunkelziffer“. Nona, ist die höher, höher als die bekannten Ziffern. Sonst wär’s keine Dunkelziffer. Ihr wisst schon, was eine Tautologie ist, oder?

Den „lauten Knall“ den lassen wir heute mal durch flutschen …


Ich werde daran arbeiten

Ich bin in den Bergen. Es regnet. Am Morgen war Nebel, und als der Nebel sich verzog begann es zu regnen. Es ist frisch im Haus. Selbst für mich. Ich habe einen leichten Muskelkater. Sehr zart, aber doch. Vom ausgedehnten steil Abwärtsgehen.

Ich nehme Youtube-Bassstunden, die ich auf einer Gitarre absolviere. Warum? Kein Bass und weil ich nicht immer lesen kann. Vielleicht. Vielleicht auch nicht.
Ich höre Radio. Kultur. Literatur. Lerne neue Begriffe wie „Workism“. Und lese in einem Roman den zitierten Satz von Rolf-Dieter Brinkmann: Lasst das Stille-Virus frei!
Widerstand, war zu lesen, beginnt mit der Fähigkeit zur Stille. Soll von Brinkmann sein, der es von Burroughs übernommen hat.
Es war des Nachts so still, dass ich das Fenster öffnete, damit ich den ewigen Bach hören konnte. Yeah. Ich komme direkt aus der Lärmhölle meiner verrückt gewordenen Straße. Baulärm. Menschenlärm. Musikterror. Lärm.
Der Mitmensch? Eine unerschöpfliche Lärmquelle. Wie wird das erst, wenn er nicht mehr gelockdownt ist. Gänsehaut!
So fuck’em. All.

Kochte ein veganes Gulasch, das schmeckt und aussieht wie Gulasch. Kochte auch eine Thunfischsoße für die Spaghetti, ebenso eine „Bündner Gerstensuppe“ ohne Bündnerfleisch. Ich plane noch einen griechischen Eintopf mit Fisolen, Kartoffeln und Tomaten. Und einem halben Liter Olivenöl. Fassolakia ladera. Bohnen heißen: Fassolakia, Fisolen (österreichisch), Fagoli.

Habe indisches Naanbrot aus „Bündner Urdinkel“ (was immer das auch sein mag) gebacken. Alles wegen des Regens. Und weil ich eine feine Auswahl haben werde, in den nächsten Tagen. Auch wenn Besuch kommt. „Gerstensuppe oder Gulasch?“ „Fassolakia ladera oder Spaghetti al tonno?“ Oder von allem ein bisschen? Mit Naan?

Werkte gestern im „Schlund“, traf Vorbereitungen um ein paar gefällte Bäume nach oben zu bringen. Aber der Regen. You know.

Aber was soll das mit „Workism“? Selbst in Viedospielen spielen die Mitmenschen „Arbeiten“. Warum?
Ich habe nie gerne gearbeitet. Obschon ich es gut kann, wie kaum einer. Ist Arbeit nicht eigentlich ein Fluch? Read the fuckin Bible. Fuckin Moses. Genesis.
Müsste man „Workism“ nicht in die glorreiche Gilde der Todsünden aufnehmen? Bei derselben Autorin las ich, dass sie „als Kolumnistin arbeitet“. Arbeiten? Sowiit chunnts no! Ich arbeite als Bassstudent. Jetzt gerade arbeite ich an einem Blogeintrag. Bin ich auch schon dem „Workism“ verfallen? Dem narkotischen Opium der rast-und ratlosen Stilleverweigerer.
Auch ich?

Aber nicht doch. Offiziell bin ich Rentner. Was das nur zu bedeuten hat?
Ich werde daran arbeiten.