Das Sprüchemuseum (182)

„ …Denn nichts zeigt deutlicher, dass der patriarchale Blick und die patriarchale Ordnung vor nichts und niemandem haltmachen. Vor allem dann nicht, wenn etwas Großes, Starkes und Bedeutendes betrachtet wird.»
Der Standard

Wir sagen: Hier geht es um „Timmy“ den gestrandetetn Wal, den man in Deutschland gnadenlos retten musste, auch wenn er dabei draufgeht, und der fälschlicherweise als Walbulle und nicht Kuh gehandelt wurde.

Natürlich ist die Verwechslung für Feministinnen ein Indiz und gar Beweis für das patriachalische Denken.

Ich gehe vom Gegenteil aus. Man hat nur einem männlichen Tier die Dummheit zugetraut, sich in die Untiefen der Ostsee zu verirren und sich dort festzusetzen.
Nun ja …

Die Theaterblase ist wieder safe

In der Wiener Theaterblase rund um Milo Rau macht man sich ganz offensichtlich Sorgen, dass es bei der Einladung und Diskussion mit dem Palantir-Typen Peter Thiel bei den Zuschauern zu einer Ansteckung mit dem vermuteten „Techno-Faschismus-Virus“ kommen könnte.

Also wurde „das Böse“ kurzerhand wieder ausgeladen. Es ist eben, auch wenn Rau immer wieder proklamiert hat, dass Ansichten, Meinungen usw. außerhalb der Blase angehört werden müssten, doch einfach zu gefährlich für linke Gemüter, und so ist man froh, dass einige andere Geladene ihre Zusage zurückziehen würden, wenn der „böse“ Thiel käme.
Nun kommt er nicht. Die Blase ist wieder safe. Den „Wiener Göttern“ sei dank!

Happy!

Nicht dass mich der ESC interessiert, villeicht so wie die Sache um „Timmy» den Wal, der es jetzt endlich geschafft, das zu tun, was er offensichtlich vor hatte: Nämlich in der Ostsee in Ruhe zu sterben, und der Irrsinn um dieses Tier, die Verfasstheit von Deutschland offenbart: Crazy as as meschugge can be.

Aber dass das Publikum und die Zuschauer beim Wiener ESC ganz offenbar in der Lage waren, den Hass der Rich-Kids-Hamas-Fans auf Wiens Straßen gegen Israel, und das aggressive Opferrollen Geschwätz eines Palästineser Granden auszublenden, und den Song des Israelis auf Platz 2 zu hieven, machte nicht nur den Sänger happy, sondern auch mich ein wenig.
Herzlichen Glückwunsch!

Weiter so!

Ein österreichischer Wintersportler, notabene ein Goldmedaillengewinner an der heurigen Winterolympia, vetritt in einem Interview eine ziemlich konservative Einstellung zu seiner Ehe, und nun ist der normale Woke-Teufel los, und es poppt schon die Frage auf, ob dieser Mann überhaupt noch für weitere sportliche Bewerbe antreten darf.

Schätze, ich liege nicht ganz daneben, wenn ich annehme, dass die Verantwortlichen vor dem Souschelmidia-Shitstorm, und den Aktionen des herrischen Feminismus einknicken werden, und den Sportler nicht mehr antreten lassen.

Heute ist nur noch eine Einstellung, zu was auch immer, erlaubt.
Mann muss nicht mal gewalttätig werden, in Fleisch und Blut oder auch viral, es reicht eine abweichende Ansicht zur herrschenden, erlaubten und von Links abgesegneten Meinung zu haben.

Weiter so! So was nenne ich fette Wahlkampfhilfe für ganz rechts.

Im Pech lauert das Glück

Gestern Abend räumte der stürmische Wind, die Wellblechabdeckung des 10 Meter langen Holzstapels in der Weide ab. Natürlich – ich sage natürlich, weil ich Realist bin – segelten zwei direkt in den Weidezaun und beschädigten ihn so, dass die Schafe ohne weiteres hätten abhauen können. Taten sie nicht, weil sie gerade in einem anderen Teil grasten, was auch insofern nicht schlecht war, da keines von den herunterstürzenden Blechteile verletzt wurde. Glück.

Die Jungs, die diesen 2 Meter hohen Holzstapel aus frisch geschlagener Fichte errichtet hatten, hatten nicht daran gedacht, dass Holz beim trocken werden an Volumen verliert, und deswegen hat sich die Befestigung gelockert, und der stürmische Wind hatte leichtes Spiel. Und so kam es, dass ich in Regen und Wind den ganzen Scheiß wieder provisorisch abdecken durfte, im steilen Gelände, im glitschigen, nassen Gras, um danach im Anschluss den Zaun zu reparieren.
Das ist wahre Action, my friends and enemies. Es war kalt und ich war fuckin durchnässt, aber nicht unglücklich, obschon mir klar ist, dass die ganze Abdeckung von Grund auf neu aufgebaut werden muss.

Heute morgen, blicke ich aus dem kleinen Klofenster und sehe das eine weiße Schaf (von zwei, die anderen sind schwarz, was bedeutet dass dieses weiße das schwarze Schaf ist), das bewegungslos unten am Zaun verharrt. Das Hinterteil war vom Holzstapel verdeckt, die anderen Schafe waren nicht zu sehen. Nur das schon, ist verdächtig.

Um die Sache abzukürzen: Das Vieh hatte sich im Zaun verheddert. Es war kurz nach sechs Uhr morgens, und ich stieg in die schweren Schuhe, steckte den Leatherman ein, und glitschte zu dem Tier am Zaun. Ich rechnete damit, dass das Schaf sich nicht kooperativ zeigen würde, und meine Annäherung mit Fluchtversuchen quittieren würde, wie ich es einmal erlebt hatte , als ich einem jungen Reh helfen wollte, dass seiner Mutter folgend, sich im Zaun verheddert hatte. Das Tier geriet durch meine Annäherung in eine irre Panik, und arbeitete sich noch mehr in den Zaun hinein.
Während ich stehen geblieben war, und überlegte, wie ich weiter vorgehen würde, befreite sich das Reh selber. Ich hatte ein verdammtes Glück, wie mit dem Schaf, das absolut still hielt, während ich die Drahtschlingen um seinen Hals aufschnitt. Das Schaf verschwand zu den anderen, ohne sich zu bedanken, und ich fragte mich, warum es nicht Laut gegeben hatte, und dass es nur dem Zufall geschuldet war, dass ich es entdeckt hatte.
Es war Glück. Ohne Glück geht’s einfach nicht. Wer immer auch für die Verteilung zuständig ist.

Dann ging ich ins Haus zurück, und machte mir den Frühstückskaffee. Das funktioniert noch ohne Glück. Noch …



Grasmähergedanken

Heute habe ich zwei Stunden Gras gemäht und es danach zusammengerecht und an die Schafe verfüttert, die hinter dem Haus weiden. Diese Arbeit ist eine von denen, die man tut ohne jetzt weiter mit Struktur und Moserschen „Wie nemman denn“ beschäftigt zu sein. Aber denken tut es einem doch, da kann man nix dagegen machen, außer man ist ein weiser Zenbuddhist, ein staatlicher geprüfter Guru oder bereits tot. Dann wirds halt auch mit der Arbeit nichts mehr.

Jedenfalls denkte es mir, und es poppte die Frage auf, wie ich als Alter auf eine junge Ausgabe von mir reagiert hätte.

Als ich wieder einmal, nach Dekaden, verschiedene TV-Auftritte des jungen Autors als Bandit angesehen habe, war es mir nicht möglich, mich -sozusagen – als mich zu sehen. Ich dachte: Was für ein Arschloch! Der geht gar nicht. Dieser Typ der dauernd Kaugummi kaut und aus seinem Roman liest, während er kaut.
Oder im Interview. Schlimm. Unsympatisch, im zu engen Hemd. Und dann diese Stimme, die nicht mehr meine Stimme ist. Sie hat mich erschreckt und beschämt, weil es eben doch meine damalige Stimme war. (Ich bin sehr empfindlich was Stimmen anlangt. Okay: Nicht nur Stimmen.)

Und als ich damit durch war, dachte ich daran, wie ich als 18-jähriger Lehrling war, und so beinahe alle in der Firma hasste, die einen höheren Rang hatten, und ich ihnen meine Abneigung nicht verhehlen wollte, und mich freute, wenn es mir gelang, sie zu verunsichern.
Ein Arschloch, irgendwie. Ein Pubertier.

Ich hatte aber auch ordentliche Charakterzüge, und die habe ich immer noch: Verlässlichkeit, Loyalität, rücksichtsvoll und freundlich. Wenn man mich so behandelte, wie ich behandelt werden will.

Aber eben: Damals war ich grundsätzlich dagegen. Gegen so ziemlich alles. Vor allem, was sogenannte Autoritäten anlangte. Dabei hatte ich keine Schwierigkeiten mit wirklicher Autorität, aber mit jener, die jemandem verliehen wird. Dienstgrade, Chefmanieren usw.

Nun ja, wenn es denn soweit kommen könnte, dass ich mir in jungen Jahren begegnen müsste, wäre ich nicht sonderlich an dem Typen interessiert. Und den Autoritären lass ich sowieso nicht raushängen. Aber ich bin nicht unfroh darüber, dass diese Begegnung niemals stattfinden wird.

Ich könnte aber versuchen, beim nächsten Grasschnitt meine Gedanken auf etwas angenehmeres zu lenken …

Sags eben nicht

Wenn ich jetzt zynischer als sonst posten würde, würde ich sagen, dass der Krieg auch seine guten Seiten hat. Seit Jahren das erste Mal, dass man im Zug von I’laken nach Lauterbrunnen keine Dosensardinenfeeling haben brauchte.

Aber da ich nicht zynisch sein will, sag ich es eben nicht.
Gefallen hat’s mir aber doch.

25’568 Tage

sind es in ein paar Tagen, die ich gelebt habe. Irgendwie beeindruckend, nicht? Na ja, so ein bisschen. Natürlich nicht viel im Vergleich mit Abraham der – ohne mitgezählte Schalttage – 63’ 875 Tage gelebt hat und Noah gar 346’750 Tage. Jo mei, die muss man mal füllen können, mit Sinn und Unsinn, mit guten und schlechten Tagen, mit Nichtstun und hektischer Arbeit, mit Verplempern und Katerauskuriertagen, mit Sex und Reue.

Noah brauchte so viele Tage, denn er musste die verdammte Arche alleine bauen. Ein „Mammutprojekt“ auf jeden Fall. Was Abraham so alles getrieben hat in all seinen vielen Tagen, ist schwer vorstellbar. Ich habe schon Schwierigkeiten mich an mein Zeuch zu erinnern. Vielleicht ist meine Festplatte nahezu gefüllt. «Who knows», wie der Kardiologe zu einem Herz-Patienten sagte, der wissen wollte, warum er so plötzlich zusammengebrochen war.

Ich habe fünf OP’s hinter mir. Wieviele Abraham hatte, davo steht nichts in der Bibel. Die Burschen waren alle kerngesund. Bis auf Hiob vielleicht, dem Gott ganz schön einschenkte, was Krankheiten, Qual und Leid anlangte. Aber letztlich bestand er die Prüfungen und starb „alt und lebensatt“, was mir als einziger Trost über den Tod erscheint.

Anyway, soweit isses noch nicht. Ein bisschen hat man schon was abgekriegt, obschon man noch einigermaßen gut „beinand“ ist, aber es dämmert einem, dass nicht mehr alles auf Reset zu bringen ist. Da sind nun Dinge, die nur schlimmer werden, und das einzige was man tun kann, ist dagegenhalten, damit es nicht allzuschnell geschieht. So man will. Und ich gehöre zu denen, die wollen.

Nach soviel Tagen könnte man auch Bilanz ziehen. Aber wozu? Wie sagte Thomas Bernhard: „Im Angesicht des Todes ist alles lächerlich.“ Vermutlich. Aber wie gesagt, soweit ist es noch nicht, obschon es jeden Moment soweit sein kann. „Ich weiß, dass ich sterben werde, aber ich glaube es nicht.“, sagte irgendjemand, und der Essayist Franz Schuh, lieh sich diesen Spruch aus, ohne Quellenangabe. Ein Plagiat. Ein Fall für den Weber.

Aber wo war ich stehen geblieben? Ach ja, die Bilanz. Ich würde mal sagen, es wäre schön, wenn die „Haben-Seite“ ein bisschen fetter ausfallen würde. Wie schon Epikur wusste, ist es nicht einfach ein freies Leben zu führen und dabei auch zu Geld zu kommen, und er schloss mit den Worten (so ungefähr): „Aber wenn man einmal zu ein bisschen Geld kommt, lässt sich auch eine Gelegenheit finden, es mit seinen Freunden auszugeben.“ So hab ich es gehalten. Was für Epikur recht war, kann für mich nur Pflicht sein.

Im Übrigen gilt das Wort von Clint Eastwood: „Don’t let the old man in.“
Was mich an ein Gedicht erinnerte, das ich 1998 für ein Portrait der Serie „Literatour de Suisse“ geschrieben habe, als ich beinahe prophetisch, ein Rudel alte Männer frühmorgens im Schwimmbad beschrieben habe, alle in den Siebzigern, und wie sie formvollendete Kopfsprünge vom Dreimeterbrett machten, und verschwanden als der Publikumsverkehr einsetzte. ich schrieb:
„Damals, wie heute, meine Vorbilder.“
Amen! Und happy birthday to me!

Was Frau alles so zu wissen glaubt

Das meinte die Grüne, Frau Ricarda Lang, zu wissen: «Es sei problematisch, dass es komplett normal sei, sexualisierte Witze in Sportumkleiden zu machen. Dort fängt es an, dass Männer Kontrolle über Frauen ausüben, indem sie sie sexualisieren.“

Ich bin seit Jahrzehnten in verschiedenen Sportumkleiden unterwegs, und noch nie ist mir Frau Lang begegnet. Denn normalerweise gibt es getrennte Umkleideräume für Männer und Frauen. Mir ist es schleierhaft, wie es Frau Lang gelang sich in eine unerer Umkleiden zu schmuggeln.

Aber offensichtlich muss Frau nicht wissen, es reicht ein Gefühl, Hörensagen von anderen Frauen, grünelinke Mutmassungen, Männerhass und Klischee, und auch weil Trump mal irgendwas gesagt hat. Vermutlich. Aber das reicht ja auch.

Ich selber habe in einer Umkleide noch nie frauenverachtende Statements vernommen. Jamais.
Merke: Mann muss nicht immer über Frau sprechen. Auch wenn das für Frauen möglicherweise schwer zu fassen ist.

Sie könnten es dann auch als Diskriminierung auslegen.
Go ahead.