Irgendwie Déjà vu

Aus aktuellem Anlass, auch im Hinblick auf den islamistischen Terroranschlag letzter Woche in Berlin, und der Reaktion der LINKEN darauf, lege ich nochmal meinen Blog-Beitrag vom 27. November 2009 auf, als Jean Ziegler Wien besuchte.

Man kann nicht sagen, dass ich von der Lektüre, auf die ich zufällig stieß, schockiert war. Déjà vu.
(Der Beitrag ist ganz leicht redigiert.)

Der Notwehr-Hass-«Schang» in Wien

Jean Ziegler ist ein guter Mensch. Vor dem «Gutmensch-sein» bewahrt ihn etwas, das nicht so gut ist, und seiner Güte das Beste beschneidet: Ideologie.

Nun war er also in Wien und predigte den «vernünftigen Hass» auf den Westen. Vernünftiger Hass. Der ist gut. Als würde man von «gemütlichen Massakern» sprechen, oder «friedliebender Aggression». Bullshit. Schang Ziegler hat kein Abo auf Nonsens-Sprüche, aber doch einige davon auf Lager. Sein Werk besteht – genau genommen – aus Anekdoten.
Eine seiner Lieblingsanekdoten ist jene, als Che Guevara in Genf war, und der junge Schang ihn in der calvinistischen Bankenmetropole herumkutschierte, und dabei dem Che gestand, dass er auch ein kämpfender Revolutionär sein wolle, um die unterdrückten Völker Lateinamerikas zu befreien. (Ich sage nur Nicaragua und Ortega)
Darauf hatte Che weise geantwortet, dass Schangs Platz hier sei, inmitten dieser Geldpaläste, und er die Revolution hierher tragen soll. Das tat er dann auch. Und tut es immer noch.
So enstanden eine Reihe Bücher.

Schang Ziegler ist ein lauter, leidenschaftlicher Mann, der gerne alles wiederholt. So entsteht der Eindruck, dass seine Sätze bereits abgepackt sind. Die meisten haben ihr Ablaufdatum schon überschritten, andere müffeln schon ein wenig. Und so verfährt er halt wie jene Supermärkte, die das abgelaufene Hackfleisch frisch verpacken und eine neue Etikette draufpappen. Merkt eh niemand, bei der herrschenden Fleischgier. Und schaden tut’s auch nicht, solange man das Zeug noch einmal richtig erhitzt.

Herr Ziegler sprach im besetzten Wiener Audimax zu den Studenten. Die mochten ihn. Als Ideologe hat er auf alles Antworten, auch wenn sie vielleicht faktenmäßig herausgefordert sind, und einige so falsch, dass nicht mal das Gegeteil davon wahr ist. 

Am Mittwoch abend war Herr Ziegler in den «Club 2» geladen, wo über den «Hass auf den Westen» diskutiert wurde. Es war sehr interessant zu sehen, wen die Redaktion für den «Nicht-Westen» hielt. China, Indien, Russland, Süd-und Zentralafrika, das war alles Westen. Nicht-Westen war, tja, was wohl? Genau. Die arabischen Länder. Nordafrika und der nahe Osten. Und so waren auch die Diskussionspartner geladen: Außer Ziegler auf seiner Couch: Karim El-Gawahry ORF-Korrespondent in Kairo, der iranische Schriftsteller Bahman Niramand; als Neutraler sozusagen, der Ost-Korrespondent Fritz Orter, und als «Westen», der «Standard» Journalist Eric Frey und Barbara Kolm vom Hayek-Institut. Fein.
Und so dauerte es gefühlte 3 Sekunden, bis der Fernsehzuschauer bereits Gaza, Massaker, Palästina, Israel, Kriegsverbrechen zu hören bekam.
Hatte irgendjemand etwas anderes erwartet?
Ich zumindest nicht.
Die Linke liebt den Zionismus. Da ist nach 89, wenigstens noch ein Fetzen Fleisch auf dem Knochen geblieben. Da gibt’s noch was hassmäßig zu benagen.

Ziegler redete dann auch nicht soviel, weil ihm Frey und die Hayek-Lady in die Parade fuhren und einige Facts zu seinen Anekdoten und Wiederholungen beisteuerten. Dafür kamen der ägyptische ORF-Mann und der iranische Schriftsteller gut zu Wort, und so durften wir erfahren, dass WIR an allem schuld sind. Ganz besonders fein war das Bekenntnis des Schriftstellers, dass die Amis ihn, über die Ami-Marionette Schah, daran hinderten, im Iran westliche Denkungsart zu verbreiten. Nun, bei Chomeni und Ahmadinejad gings dann irgendwie auch wieder nicht, und da waren auch die Amis und der Westen daran schuld. Vermutlich auch an der Vertreibung Bani Sadrs. Eigentlich an allem. Die ewige Klage des Islam.

Mich erinnern diese Elegien immer an das Stück «Arbeit macht frei» des Akko-Theaters, in dem Moni Youssef sagte: «Israel is the best soccer-team of the world, and I don’t know, why we always loose».

Will ich damit etwa sagen, dass im Westen alles paletti ist? Mitnichten.
Und für die Sklaverei waren auch nicht nur die bekackten, grausamen Weißen verantwortlich. Es waren auch Schwarzafrikaner, Brüder, die ihnen andere Schwarzafrikaner zuführten und verkauften. Auch Frauen waren glühende Nazis gewesen. Und die großen Sklavenhalter waren die Araber, by the way.

Viele Antifaschisten aus Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts hatten Pistolen in ihren Schubladen, weil sie wussten, dass sich der Faschismus nicht nur mit guten Worten bekämpfen ließ.
Gut, das gehört nicht hierher.
Wenn aber der Faschismus getarnt als Antifa daher kommt, vielleicht doch …

Experten

«Zahlreiche Experten wurden zu der Thematik (Danger Dans „Antifa-Song“, der vom ZDF nicht gesendet wurde.) befragt, die von verschiedenen Seiten beleuchtet wurde. Zu Wort kamen Juristen, Journalisten, Kabarettisten und Publizisten.“

Zahlreiche Experten? Da poppt doch die Frage auf, was eigentlich so ein „Experte“ ist? An und für sich, der Definition nach, ist ein Experte (laut Wikipedia) „ eine Person, die über überdurchschnittlich umfangreiches Wissen auf einem Fachgebiet oder mehreren bestimmten Sacherschließungen oder über spezielle Fähigkeiten verfügt.“

Ich würde dieser Definition folgend, nicht davon ausgehen, dass es sich um „Meinungen“ zu einer Sache handelt, was immer die auch ist.

Wenn diese Journalisten, Kabarettisten und Publizisten Experten sein sollen, so würde ich ohne zu zögern mich selber auch als Experten bezeichnen. Egal für was. Ich habe z.B. schon mal Wohnungen renoviert und umgebaut, bin also Experte der Innenarchitektur, und da ich einige Bücher geschrieben habe, bin ich natürlich ausgewiesener Experte, was Literatur betrifft. Und wenn es Fragen des Kraftsports geht, bin ich ganz vorne im Expertengremium gereiht. Außerdem bin ein Experte in KIndererziehung, denn ich habe zwei Töchter großgezogen.

Um es kurz zu machen: Ich bin Experte in so ziemlich allen Belangen, außer vielleicht in Souschelmidia. Aber da ich auch da eine Meinung dazu habe, bin ich ja ebenfalls Experte.

Denn das sind diese „Zahlreichen befragten Experten“: Leute, die eine Meinung zu etwas haben.
Dürfen sie. Auch wenn ich sie, als ebenfalls Experte, nicht teile, sie mir völlig blunzen ist, oder ich sie ideologisches überfrachtetund für falsch halte. Anyway: Wurscht.

Aber ich gebe jetzt auch noch meine Expertise zu diesem Thema zum Besten: Alle dürfen in ihren dummen Songs singen was sie wollen, aber es gibt kein Recht auf Publikation in einem Medium. Und das ist keine Zensur.
Habt ihrs gecheckt: Expertenkollegen?
 


 

Meine Bitte um einen Gym im Gym

Wir sehr ich, und einige wenige andere aus der Zeit gefallen sind, wird mir täglich vor Augen und Ohren geführt. Wie das?
Die wenigen anderen und ich, gehen tatsächlich in den Gym um zu trainieren. Das ist weird.
Denn der Großteil geht in den Gym um hemmungslos seiner Logorhoe zu frönen, oder seine Souschelmidia-Sucht auszuleben, während er wie ein Schmeißfliege auf dem Abfallkübel hockend die Geräte besetzt, und hin und wieder hastige Bewegungen ausführt, um sogleich, bereits auf Entzug, sich das Kästchen vor die Brotlaube zu halten.

Ich trage mich mit dem Gedanken, den Betreibern des Gyms vorzuschlagen, im Gym einen Gym einzurichten, ein „Department“ für Leute, die trainieren wollen, ohne von diesen Losern belästigt zu werden.

Aber ich bin so ziemlich sicher, dass dies ein gerichtliches Nachspiel hätte, denn die Addicts würden auf Diskriminierung klagen, um sich ebenfalls Zugang zu erstreiten.




Das Embolo-Neymar-Syndrom

Der Stürmer der CH-Nati, Embolo, machte den Neymar.
Das ist interessant. Eine „Schwalbe“ hinlegen, und sich danach Neymar-mäßig am Boden zu wälzen, als hätt ihn eine Russen-Drohne niedergestreckt, das lässt einige Schlüsse zu.
Entweder war der Gelb-belastete Spieler schlicht dämlich, vom Gegner gekauft, oder er verhielt sich einfach so, wie wir uns oft auch verhalten, wenn wir noch nicht vollumfänglich in der Jetzt-Zeit angekommen sind, und noch so tun, als wären wir alleweil unbeobachtet, wie zu Großmutters Zeiten. Eine Art Atavismus, könnte man sagen, in den wir vefallen.

Es war bereits vor Jahren absurd, als wir Neymar alle zwei Minuten, den auf dem Rasen herumrollenden Schmerzensmann der Brasilianer verachten mussten, der einfach nicht checken wollte, dass die ganze Welt in der Slomo seines Theaters ansichtig wurde. Hörte er damit auf? Nebbich.

Ich weiß nicht, ob es was bringen würde, wenn man den Spielern noch mal von vorne erklären würde, dass all die „Figinen“ sofort dem Videobeweis anheim fallen. Und Schwalben zeitigen nun mal „Gelb“, und wenn man schon Gelb hat, wird daraus rot.

Ich gehe davon aus, dass Embolo darum weiß. Warum also macht er es dann doch?
War er müde, und wollte nach Hause? Eher nicht. Schätze ich mal.

Ein Aussetzer? Seien wir fair. Shit happens.

Ds Sprüchemuseum (183)

„Wir haben die zentralen Zufahrtswege blockiert. Wir haben schon gewonnen, bevor der Tag heute losging. Eine unglaubliche Bewegung haben wir als „Widersetzen“ aufgebaut.“ in

Ein Sprecher-Bube von „Widersetzen. Während der Parteitag der AfD pünltlich, wie geplant anläuft.

Wir sagen: Der Bube muss ein Fan vom Kanzler sein, der der Versager Elf aus Deutschland zum Ausscheiden hinterherruft: «‚Was für ein Spiel, DFB_Team! Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch. 

Und wir gratulieren, dass uns eine Nation von tragischkomischen Komikern erwächst, und wir bedauern die armen Satiriker, die bald um Bügergeld anstehen müssen.

Und noch was …

Geht in die Arte-mediathek und schaut euch die Serie „Happy Valley“ an.
Fragt nicht, tut es einfach. Ihr werdet weinen vor Glück. So gut ist diese Serie. Etwas vom Besten, was ich an Serien gesehen habe. Und ich habe viele gesehen. Die Besten.
Und „Happy Valley“ gehört zu ihnen. In allen Belangen. Drehbuch, Story, Schauspieler, Komplexität, Menschlichkeit, Dramaturgie … Man mag gar nicht aufhören zu loben …

Gehet hin, und seht!

Nach der Hitze ist vor der Welle

Da mein Blog ja mehrheitlich eine Art Chronik darstellt, ein Archiv, und ich hin und wieder mal etwas nachschlage, wenn ich über ein Datum, eine Begebenheit usw. Sicherheit brauche, suche in ihm herum. Meist mit Ergebnis. Neulich suchte ich den Todestag meines Vaters, und fand einen Bericht über seine Beerdigung.

Vielleicht ist es keine gute Idee eine solche Chronik, Archiv zur Verfügung zu haben, denn möglicherweise verleitet es mich, mir nichts mehr zu merken. Schreib einfach was in den Blog, und vergess es dann.

Heute soll es um die Hitzewelle gehen.
15 Tage und Nächte. Täglich, ohne jede Ausnahme mindestens 31-40 Grad. Alles Tropennächte. In der Wohnung gab es am Morgen Temperaturen von 26-28 Grad. Ganz kurz. Der Rest des Tages und des Abends gabs 31-32 Grad. All day.

Muss ich sagen, dass wir keine Klimaanlage haben?

Da dies eigentlich in dieser Stadt der Sommernormalzustand ist: Hitzewellen noch und nöcher, seit Jahren, mit Unterbrüchen seit 2003, tut man gut daran zu lernen, wie man damit umgeht, damit man nicht irgendwann durchdreht und das lärmende Bauschloch vor dem Fenster mit der Armbrust anschießt.

Und da ich bislang noch kein Bauschloch gekillt habe, ist davon auszugehen, dass ich gut gelernt habe, und meinen Shit bei mir behalten kann. Beinahe stoisch, aber ausgerüstet mit Ventilatoren, Dusche und Wissen über die Vermeidung der gröbsten Fehler.

Ab heute ist die Welle durch. Es hat zwanzig+ Grade, es geht ein nerviger, stürmischer Wind, und ich mach mir keine Illusionen.
Nach der Hitzewelle ist vor der Hitzewelle.
Früher gab es einen Sommer, heute gibt es etwas, dass diesen Namen nicht verdient.

Stehen wir das elende Ding durch!

Nicht wahr?

Kann sich Israel nicht endlich dazu durchringen, das bisschen Raktenbeschuss der Hisbollah auf ihre Dörfer im Norden zuzulassen, ohne gleich zu reagieren? Ist ja nur so ein bisschen. Dann könnte der Iran ja wieder die Straße von Hormus öffnen, der Verhandlerstümper Trump könnte sich selber abfeiern (tut er sowieso), die Ölpreise würden sinken, und die restliche antisemitsche Welt müsste nicht immer Israel bezichtigen an allem schuld zu sein.

Das wär doch was schönes und gutes, was die Juden mal machen könnten, damit sie nicht immer so unsympathisch rüberkommen.

Nicht wahr, Arschlöcher? Ihr stimmt mir doch zu, oder?

Das Sprüchemuseum (182)

„ …Denn nichts zeigt deutlicher, dass der patriarchale Blick und die patriarchale Ordnung vor nichts und niemandem haltmachen. Vor allem dann nicht, wenn etwas Großes, Starkes und Bedeutendes betrachtet wird.»
Der Standard

Wir sagen: Hier geht es um „Timmy“ den gestrandetetn Wal, den man in Deutschland gnadenlos retten musste, auch wenn er dabei draufgeht, und der fälschlicherweise als Walbulle und nicht Kuh gehandelt wurde.

Natürlich ist die Verwechslung für Feministinnen ein Indiz und gar Beweis für das patriachalische Denken.

Ich gehe vom Gegenteil aus. Man hat nur einem männlichen Tier die Dummheit zugetraut, sich in die Untiefen der Ostsee zu verirren und sich dort festzusetzen.
Nun ja …

Die Theaterblase ist wieder safe

In der Wiener Theaterblase rund um Milo Rau macht man sich ganz offensichtlich Sorgen, dass es bei der Einladung und Diskussion mit dem Palantir-Typen Peter Thiel bei den Zuschauern zu einer Ansteckung mit dem vermuteten „Techno-Faschismus-Virus“ kommen könnte.

Also wurde „das Böse“ kurzerhand wieder ausgeladen. Es ist eben, auch wenn Rau immer wieder proklamiert hat, dass Ansichten, Meinungen usw. außerhalb der Blase angehört werden müssten, doch einfach zu gefährlich für linke Gemüter, und so ist man froh, dass einige andere Geladene ihre Zusage zurückziehen würden, wenn der „böse“ Thiel käme.
Nun kommt er nicht. Die Blase ist wieder safe. Den „Wiener Göttern“ sei dank!