3. Urlaubstag

Inzwischen hab ich den 1000-sten abgewehrten Spam in meinen Kommentaren gesichtet und eliminiert. Das Verhältnis von veröffentlichten Blog-Kommentaren und Spams beträgt ziemlich genau 1:5.

Ich habe bisher 292 Beiträge veröffentlicht, wir nähern uns dem letzten Sechstel. Alles umsonst, meine lieben Leser, kostet Sie gar nix, mein Zeug zu lesen! Ja, stimmt schon, mag jetzt der eine oder die andere proleten, soll er doch froh sein, dass er nicht noch zahlen muss damit wir seine laschen Dinger reinziehen.
Nun, unsere Welt ist eine Umsonst-Welt geworden. Musik aus dem Kabel, bald auch jeder Bestseller für n’Appel und n’Ei von Google erhältlich, virtuelle Eintritte in jedes Muesum der Welt, Lesungen mit Fütterungs -und Lampenfüll-Garantie, und die wahren Cracks, die nehm ma mit, wenn sie gleich um die Ecke, beim hochsubventionierten Kellertheater vorbeikommen: die Hürlimanns, die Capusse, und die Muschgens.
Hugo Lötscher ist leider nicht mehr. Die Druckpressen werden schon bei der Nachricht von seiner Herzoperation angeworfen worden sein. Vielleicht.
Früher, als die Arbeit des Künstlers noch nicht umsonst verteilt werden musste, wär’s auf jeden Fall so gewesen, aber heute? Eine Dünndruckausgabe des Gesamtwerks Lötschers als Beigabe zur Gratiszeitung „20 Minuten“?
Mit Preisausschreiben und Gewinnfrage? Wie heißt der Autor Hugo Lötscher mit Vornamen?
1. Preis eine lebenslange Weltreise mit sämtlichen Luxuskreuzfahrtschiffen der Welt. Adrenalinkitzelnder Piratenkontakt garantiert.

Und regnen tut’s auch noch.
An meinem dritten Urlaubstag.

Eine Antwort auf „3. Urlaubstag“

  1. wo sind denn die ganzen kommentierer? muß ich das jetzt alleine machen? mir fällt gar nichts ein außer daß ich heute was auf den deckel bekommen hab nach dem motto: „autor, halts maul, und sei froh, daß wir deinen text übernehmen. um die formulierungen kümmern wir journalisten uns.“
    wozu noch schreiben? ich weiß es auch nicht. aber ich weiß etwas über notwendigkeiten. die können dazu führen, daß ab und zu ein paar schwarze lettern auf weißem papier sprießen. was daraus wird – wer weiß es? so eine art flaschenpost (celan)… mitternacht naht. stille.

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