Letzte Worte?

Heute, am letzten Tag der Menschheitsheitsgeschichte, habe ich noch einmal etwas schönes gelesen, in „Saiten“, es war von Kaspar Surber, der u.a. einen Ausspruch von Gramsci zitierte: „Man muss nüchterne, geduldige Menschen schaffen, die nicht verzweifeln angesichts der schlimmsten Schrecken und sich nicht an jeder Dummheit begeistern. Pessimismus des Verstandes, Optimismus des Willens.“

http://www.saiten.ch/pdf/heft/2012/12/countdown/2.pdf

Ja, sagte ich zu mir selber, das ist wahr und gut, und ich bemühe mich schon lange. Das schon.
Dass ich mich doch immer wieder als egomanisches, destruktives Arschloch gebärde, liegt vielleicht daran, dass ich kein gläubiger Linker mehr bin (oder auch nicht), wie der Autor des schönen Artikels, dessen Anliegen es ist, für Flüchtlinge Gerechtigkeit und einen Platz in unserer Mitte zu schaffen.

Es wird seit einiger Zeit darüber diskutiert, dass ohne Gottesglauben und Religion, kein menschliches Handeln und keine Empathie möglich sei. Das erscheint mir wie das Werbemotto einer Telefongesellschaft: Ohne Telefonabo, keine Kommunikation.

Ich bin in dieser Frage ehe auf der Seite eines jüdischen Agnostikers (Name?), der nach seinen vielen guten Werken an Mitmenschen befragt, geantwortet hat: Dass er als Agnostiker soviel tätiges Mitgefühl zeigen muss, damit Gott überflüßig werde.

Man muss ein guter Mensch sein.
Auch als egomanisches, destruktives Arschloch.

Eine Antwort auf „Letzte Worte?“

  1. Man vergesse nicht, dass „schlechte Menschen“ unsere eigenen Kreationen sind, und jeder Gefängnisinsasse sich für uns, die wir draußen sind, opfert. Empathie ist möglich, wenn man sich selbst im Bösen erkennt.

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