„Mein Ottakring“

Gestern wieder „Crazy Heart“ gesehen. Mit Jeff „verdammt-noch-mal-dir-kann-ich-ganzen-verdammten-Tag-bei-der-Arbeit-zuschauen“ Bridges. Damals hatte die Academy die Gelegenheit ergriffen dem Mann endlich diesen hässlichen Golddildo zuzuschanzen, den er doch schon seit Jahren verdient hat. Nur schon seiner Mähne wegen.

In der Werbepause zappte ich dann in eine dieser picksüßen ORF-Dokus, gegen deren Klebrigkeit und Zuckergehalt sich ein Stück Baklava ausnimmt wie ein Batzen steifgeschlagener Galle. „Mein Ottakring“ hieß das Ding, und ich kam gerade richtig, um den in der Prominentenrunde sitzenden Thomas Rabitsch zu hören.

Rabitsch ist Musiker, und wenn sein Name fällt, dann hängt man noch „Begleiter von Falco“ an, so wie man immer noch – nach gefühlten 35 Jahren – dem krautflutenden Autor Franzobel „Bachmannpreisträger“ hinten ranklatscht, vielleicht um ihn ja nicht mit Franz Dobler zu verwechseln, der zwar keinen Bachmannpreis aufzuweisen hat, aber dafür einen Stapel lesenswerter Bücher.

Also, Herr Rabitsch, der auch beim ordentragenden Superpolitanarchisten Stefan Weber in der „Drahdiwaberl“-Band spielte, erzählte uns gerade etwas über seinen Großvater. Es war einfach herzig. Und so aufschlußreich. Voller Stolz redete er von seinem Klasse-Opa, einem Baupolier – vom gemeinen Volk nur der „Herr Baumeister“ genannt -, dem es in jungen Jahren mit einer Linke gelungen war in Frühpension zu gehen, um dann als „Pensionist“ auf den Baustellen allerlei Material zu stehlen und damit Schwarzarbeit zu machen, was das Zeug hielt. So ein toller Opa! Das war schön.

Nun, wenn man Herrn Rabitsch sagen würde, dass sein Großvater ein Sozialschmarotzer und ein Betrüger am Gemeinwesen war, wie z.B. einige der nun unter Anklage stehenden Politkorruptos, wäre er vermutlich sehr betrübt und ebenso erzürnt. Denn das mit seinem Opa ist etwas vollkommen anderes. Denn man muss wissen: Hier sind immer nur die anderen korrumpiert.

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