Briefe von Hunter S. Thompson

„Keine Spiele mehr. Keine Bomben mehr. Kein Laufen mehr. Kein Spass mehr. Kein Schwimmen mehr. 67. Das ist 17 Jahre nach 50. 17 mehr als ich brauchte oder wollte. Langweilig. Ich bin nur noch gehässig. Kein Spass – für niemanden. 67. Du wirst gierig. Benimm dich deinem hohen Alter entsprechend. Entspann‘ dich – es wird nicht wehtun.“

Dies waren die letzten Worte des „Gonzo“ Miterfinders Hunter S. Thompson, bevor er seinem Leben gelassen und wahrhaftig, wie ein römischer Philosoph, ein Ende setzte.
Auf den Tag genau vor 10 Jahren.
Wer Hunter S. Thompson nich kennt, nicht gelesen hat und auch nicht liest, dem ist nicht zu helfen. Oder eben doch: Mit dieser eben erschienen Ausgabe von Thompsons Briefen.

Dass nun der oberste Degenbewahrer und Thompson-Pfleger, der Autor und Edition Tiamat Verleger Klaus Bittermann, es sich nicht nehmen ließ, zum 10. Todestag von Hunter einen wahren Backstein herauszuwuchten, ist ein freudiges Ereignis, zu dem alle Glocken geläutet werden dürften.
Für einmal ist die Wumme eines 608 Seiten Ziegels, nicht nur breitgetretenes Creative Writing Bramarbasiern (damit diesem schönen Wort auch wieder mal die Ehre gegeben wird), sondern pure Notwendigkeit.
Denn die Briefe, die Thompson in den Jahren 1958-1976 an divesere Kollegen, Politiker und Freunde schrieb, sind echter Thompson, vielleicht sogar „Hyper-Thompson“, denn hier sehen wir dem Autor zu, wie er seine „Dinger“ vorbereitet, umkreist, anreißt, verwirft und/oder neu konzipiert.
Und nicht zuletzt ist es für einen wie mich, der 2 Jahre vor dem ersten Thompson Brief geboren wurde und in den 70-ern ebenfalls eine verdammt gute und anstrengende Zeit hatte, ein – ja – historisches Dokument.
Schlag den Ziegel irgendwo auf, lies und juble!

Hunter S. Thompson
Die Odyssee eines Outlaw-Journalisten
Gonzo-Briefe 1958-1976
Hardcover 608 Seiten
€ 28.-
Edition Tiamat

Eine Antwort auf „Briefe von Hunter S. Thompson“

  1. Dr. Thompson wurde jetzt also auch aufs Rad der runden Jahrestage geflochten… immerhin kommt ein todsicher gutes Buch dabei rum.
    Obwohl ich mir sicher bin, dass nichts an seine Korrespondenz mit Oscar Acosta herankommt. Die war weit weg von turbulenter Satire – die hatte Tiefgang und war genauso böse wie anrührend.

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