Aus der Welt der komplett dämlichen Vergleiche (l.)

Heute: Der Cowboy

Wenn sich heute ein gemieteter Schreiberling daran macht einen Artikel, Kommentar, eine Glosse oder Kolumne zu verfassen, und das Objekt seiner launigen Betrachtung ist a) männlich, b) Amerikaner, c) nicht weiblich, d) ein handelnder Mann, e) ein dummer Mann, f) ein dumm handelnder Mann, g) ein dumm und schnell handelnder männlicher Amerikaner der nicht weiblich ist, dann umschreibt der gemietete Schreiberling die Taten des Handelnden nicht selten als „Cowboy-esk“.

Neulich las ich, dass die Kärtner oder zumindest jener Teil der Kärtner, die es immer noch nicht verwinden können, dass ihre Großväter den Krieg verloren, und dass sich der „teitsche“ Herrenmensch nicht gebührend durchsetzen konnte, und die deswegen ihrer slowenischen Minderheit das Recht auf zweisprachige Ortstafeln verweigert hatten, als „Cowboys“ bezeichnet wurden. Dämlicher würd’s schon noch gehen. Aber da müsste man richtig suchen.

Wer etwas über Cowboys wissen will, der lese gefälligst H.J. Stammels Bücher. Zum Beispiel:

„Das waren noch Männer“ Die Cowboys und ihre Welt

Lassen wir einen von ihnen zu Wort kommen:

„Von 1875 bis 1882 gab es sicherlich wenige Männer in Amerika, die während des großen Herdentreibens mehr Erfahrungen mit Indianern, Pferdedieben und Halsabschneidern gemacht haben als ich. Ich habe stets achtzehn von den vierundzwanzig Stunden eines Tages im Sattel verbracht. Als ich 1882 aufgab, brütete ich keinen einzigen Dollar in der Tasche aus, hatte aber für viele tausend Dollar Spaß am Leben gehabt. Jetzt bin ich einundsiebzig und sitze noch auf einem Pferd wie vor vielen Jahren. Ich würde nichts anderes tun, als ich es getan habe. Geld ist nichts – Leben ist alles.“
Gus Black, Eagle Pass, Texas

Das, Freunde, könnte auch Jörg Fauser geschrieben haben.

Eine Antwort auf „Aus der Welt der komplett dämlichen Vergleiche (l.)“

  1. Hab heute mal wieder in Stammels „Der Cowboy von A bis Z“ gelesen.

    „Gegen Mitternacht beginnt jede Herde unruhig zu werden. Warum, weiß der Teufel. Das dauert bis zwei Uhr. Die Wache muss in diesen zwei Stunden sehr vorsichtig sein und den Biestern melancholische Lieder vorsingen, ehe sie sich wieder hinlegen und bis Sonnenaufgang weiterschlafen. …
    Der Cowboy reitet Tag für Tag, Stunde um Stunde und Woche um Woche in einer Wolke aus Staub, hört nichts als tausendfältiges Hufetrampeln und das klopfende Aneinanderschaben von Hörnern. Wer weiß, wie knochenbrechend diese Monate in Hitze und Kälte, in Regen und Trockenheit sind, wer gesehen hat, wie gute Männer in Stampeden zu Brei gestrampelt werden, der wird verstehen, dass wir mit angreifenden Indianern und Banditen kurzen Prozess machen. Und wer dann am Ende eines solchen Herdentreibens nach 4, 5, 6 und noch mehr Monaten sieht, dass Städter die Jungens Wilde nennen, weil sie sich ganz einfach freuen, noch am Leben zu sein, Geld zu haben, baden zu können, in einem sauberen Bett zu schlafen, ein Mädchen im Arm zu halten, endlich mal schießen zu dürfen, Spaß am eigenen Krach zu haben, wer erlebt, wie man dann Revolvermarshals auf die harmlosen Burschen loslässt, sie zusammenschießt, einsperrt und mit den Fingern auf sie zeigt, der wird verstehen, dass wir solche Leute Pfeffersäcke und Nasenpopler nennen.“
    Sim Holstein, Trailboss, 1879
    aus „Der Cowboy von A bis Z“, H.J. Stammel

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