Psycho-Western

Es ist soweit. Ich habe mein erstes Theaterstück geschrieben. Es ist gestern, nach einem letzten Arbeitswochenende im Waldviertler Gasthof Huber, fertig geworden. Ich habe es nicht alleine geschrieben, sondern zusammen mit meinem großartigen Kollegen, Valentin Hitz. Eine reife Leistung für einen wie mich, der Theater nicht ausstehen kann. Aber neulich habe ich Harald Schmidt im Gespräch mit dem Schauspieler Gert Voss gesehen, und der erzählte, dass er Theater entsetzlich langweilig fand. Und trotzdem ist er vermutlich der größte lebende Theaterschauspieler deutscher Zunge. Und was für Schauspieler recht ist, sollte für Autoren nur billig sein.
Nebenbei habe ich auch noch ein Genre erfunden: Den „Psycho-Western“. Das Stück heißt (für die Interessierten): „Grubliner“.

Und am Abend sah ich dann bei „Giacobbo und Müller“ den Schriftsteller Martin Suter und den Musiker Stefan Eicher antanzen, die über ihre Version des Musicals „Ewige Liebe“ – die natürlich anders heißt, aber der gleiche feuchte Kitsch sein wird – plauderten und witzelten. Tja, die Eidis hams nötig. Sie wollen nun mit Gewalt in der geistigen Provinz heimisch werden, und jetzt steuern Suter und Eicher auch noch ihr Scherflein dazu bei. Grundgütiger, was’n Auftritt! Suter und Eicher! Saturiert und schwul, wie ein Foulardknotenbindeseminar mit Karl Lagerfeld und Elton John. Da sag ich nur: „Grüezi mit dä Hand!“, blicke in meinen verschneiten Hinterhof, in den feingrauen Himmel, der so tief hängt, dass ich nicht mal die Jets sehen kann, und bin mit dieser elenden, unfreundlichen Stadt aufs Tiefste ausgesöhnt…

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