Sunday morning moaning-blues

Kürzlich hab ich am Fernsehen wieder mal einen Film von Fatih Akim gesehen. Er hieß „Auf der anderen Seite“, und war Scheiße. Und wie fast immer bei „künstlerisch wertvollen“ und mit Preisen zugekackten Filmen, musste er auch noch Überlänge haben. Schmerzhaft. Ich hasste alle Personen in dem Film und hoffte, sie würden eines grausamen Todes sterben. Das war aber leider nur bei 2 der Fall. Oder waren es 3? Jedenfalls zu wenig. Komisch – unfreiwillig allerdings – war er nur, als bei Hanna Schygulla in einem Hotelzimmer in Instanbul der Schmerz über den Tod ihrer Tochter herausbrach und sie sehr eigenartig schrie.
Aber das Hotelzimmer fand ich schön.

Die ganze Zeit dachte ich daran, was ein Künstler wie Aki Kaurismäki aus dem Stoff gemacht hätte. An dem Stoff gab es eigentlich nichts zu bemängeln. Aber Fatih Akim hat für jedes Problem das beim Schreiben des Drehbuchs auftauchte, die simpelste und dümmste Lösung gewählt, eine, die jeden halbwegs intelligenten Zuseher beleidigt. Ein ziemliches Gestümpere. Kein Tempo, kein Drive, kein Zug aufs Tor, keine Lakonie. Und das an die zwei Stunden. Wie ein Roman von Adler Olson: Auf 500 Seiten ausgewalzter Wortmüll, der von einem einzigen wahren Satz eines richtigen Schriftstellers hinweggefegt wird. Wie getrocknete Ziegenköttel bei Nordföhn.

Aber so ist das in dieser Gesellschaft. Man muss sich nur die Bestsellerliste ansehen. Das sagt mehr über uns aus, als alle soziologischen Studien.

Manchmal weiß ich nicht, was ich machen würde, wenn es nicht doch noch die richtigen Künstler geben würde, die richtigen Schriftsteller, die richtigen Filmer, Komiker und Artisten. Wenn ich an sie denke, verspüre ich ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit, weil ich weiß, dass sie mir das Leben retten…

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