Die Knallbar Diaries (24)

Neben den ganzen traurigen, deprimierenden und herzzerreißenden Verbrechen die menschlicher Müll uns antut, aus Gründen die wir nur erahnen können: Lüge, Größenwahn, Blutdurst und die ganz normale Verkommenheit, müssen wir doch weiterleben, und weiterleben heißt weitermachen und weitermachen für Lev-André Knallbar heißt… ja, woher ich soll ich denn wissen, was das heißt?

Ich tippe ein bisschen und mache mich selber fertig, indem ich lese. Wie jede/r andere auch, stehe ich auf Klatsch. Und das beste Klatschbuch ist immer noch „answerd prayers“ vom Streckfus Persons vulgo Truman Capote. Was für ein Autor!
Es ist meinem Masochismus geschuldet, dass ich dieses Buch lese. Bei jedem zweiten Satz hält man inne und fragt sich, wie der kleine Mann das nur gemacht hat. Es ist wie Jimi Hendrix beim Gitarrespiel zusehen: Man sieht es genau, und weiß doch nicht, wie ers macht.

Angesicht dieses ordentlich fiesen, piepsstimmigen Genies komt eine  Bestsellerautorenpfeife wie ich schnell runter vom hohen Ross (auf das ich nie geklettert bin. Das erleichtert das Absteigen ungemein.).
Aber Klatsch kommt gut. Und nun gibt es auch Klatsch in den unteren Ligen der österreichischen Bestsellerproduzenten. Da stehen zwei auf der Müllkippe der Souschelmidias und bewerfen einander mit dem Müll, den andere abgeladen haben. Man muss sie dazu beglückwünschen und ihnen dankbar sein. Beglückwünschen für ihre rohe Schmähkraft und dankbar, dass sie uns daran teilhaben lassen.

Das Ding schlägt Wellen bis ins Ausland. Auslöser war der Artikel eines pragmatisierten  Kulturchefs eines Wiener Blattes, der was sagte, was einigen Schreibenden nicht gepasst hat. Und dann gings los. Wurf und Gegenwurf. Ich schätze das. Es ist, wie wenn sich Schimpasen im Zoo mit Obst und Scheiße bewerfen. Aber viel besser, da ich mich nicht in den Zoo bemühen, und dort nicht nur der Fauna, sondern auch der Mitmenschheit ansichtig werden muss.

Weiter so. Kann ich da nur sagen. Kommt gut, Leute. Wir haben viel Spass. Schlammcatchen für renintente Sonntagsschüler. Das Interesse von uns allen, ist euch gewiss. Der Bücherabsatz wird steigen. Und jetzt sind wir wieder bei Lev-André Knallbar: Das ist schließlich das Wesentliche. Ihr habts gecheckt, Kollegen.
Die Kunst ist etwas für gemeine, kleine Homosexuelle und andere Versager, die ihrer Autorenpflicht, permanent in den Souschelmidias auf sich aufmerksam zu machen, nicht nachkommen.

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