Die 3. Pepita Spring Story (deutsch)

Übesetzt aus dem Schweizerdeutschen von Dr. Ernest Uräser

Pepita war schon da, als ich ins Büro kam. Lydia, meine Sekretärin, wusste auch nicht genau, wie lange sie schon wartete.
„Hast du mein Buch endlich gelesen“, maulte sie und zupfte ihren Supermini über den Netzstrümpfen zurecht.
„Das ist kein Buch, sondern ein Typoskript, liebe Pepita, da brauchts noch ein klein wenig, bis daraus ein Buch wird …“
„Jajaja und blablabla, was ist, hast den Superstoff jetzt gelesen? Und wann erscheint es?“
Ich schwieg und warf erst mal den Computer an. Der Ventilator schnurrte leise wie ein Kätzchen.
„Hast du oder hast du nicht?“, motzte Pepita und nahm einen Schluck aus der Coladose.
„Ich habe.“
„Und? Super, oder? Megasupergeil ?!“
„Ein wenig redundant vielleicht“, wandte ich vorsichtig ein.
Pepita sprang auf und stolperte auf ihren Highheels zu meinem Schreibtisch.
„Redundant, redundant, du alter Elefant. Was soll denn das heißen? Sprich deutsch!“
„Es ist auch voller Tautologien, weißt du, „weißer Schimmel“ und so …“
„Du hast doch keine Ahnung. Da ist purer St. Gallener Barock …“
„Sagt wer?“
„Sagt ein richtiger Schriftsteller, einer der sich auskennt. Nicht so einer wie du …“
Pepita wurde jetzt richtig wütend und fuchtelte mit ihren Händen in der Luft und vergaß dabei, dass sie noch die Coladose in der Rechten hielt. Aber da war es auch schon geschehen: Der Rest der Cola schoss wie die braune Seiche eines Zobies auf das Keyboard und versickerte zwischen den Buchstaben.

Die verdammte Pepita!
Aber es könnte ja noch schlimmer sein.

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