Pepitas Geburtstag

Pepita, die 16-jährige Türsteherpraktikantin unser kleinen Redaktion, ist nicht mehr – sechzehn. Sie feierte ihren Siebzehner am 16. August, unter Beteiligung der gesamten Red. Bis auf die Lady, die für das Auffüllen der Chrystal Meth-Tellerchen zuständig ist, waren alle anwesend. Wie das kam?
Lady war wieder einmal über die Schnürsenkel ihrer Ex-jugoslawischen Kellnerinnen-Schuhe gestolpert, das Meth war erstaunlich kompakt durch die Luft gewirbelt und in Klümpchen in unserem Aquarium mit der Schnappschildkröte gelandet, die sich sogleich ein paar Portionen reinknackte, schnapp-schnapp-schnapp, und unter den staunenden Augen der glotzenden Redaktion augenblicklich in eine Art Starre fiel, was irgendwie sehr natürlich aussah, aber, wie wir später herausfanden, gar nicht so natürlich war, denn das garstige Vieh vergaß offenbar im Meth-Wahn zu atmen oder hielt sich für eine verdammte Forelle oder sowas, und als wir morgens um halb vier nach Hause (oder in die nächste Bar) schlichen, lag ihr Kopf schon auf dem sandigen Grund. Die Äuglein geschlossen. Sie war tot. Schnappkotz war nicht mehr.

Die Lady war danach einfach nur fertig. Untröstlich. Jedenfalls fehlte sie an Pepitas Geburtstagsparty, was irgendwie Scheiße war, denn jetzt war auch das Meth nicht da, aber unser Red.-Oldie hatte ein paar Flaschen Rye-Whisky mitgebracht und verkündete: „Happy birthday, Pepita! Ein Hoch auf unsere Prinzessin der Tür, die am selben Tag Geburtstag hat wie der große Charles Bukowski, der heute 94 geworden wäre!“
„Ist das nicht der alte Mann der aussah wie Schnappkotz und so lustige Geschichten über Pferderennen schrieb?“, sagte Pepita und kippte ein großes Glas Bulleit 95 Rye, worauf unser Oldie aufjaulte und euphorisiert brüllte: „Das ist sie! Das ist sie! Die Reinkarnation von C.B.! … Werft euch zu Boden, Unwürdige, und küsst den Saum ihres … äh … ihres … Dingsbums. Ihr wisst schon …“

Dann wurden alle wieder ernst und die Gespräche drehten sich um die Weltlage und so. „Also, ich fand diesen Sommer echt mega“, (sie war in der Schweiz gewesen. Darum „mega“) sagte Pepita, und unser Oldie sprang auf, umarmte sie, schenkte ihr Glas voll und sagte: „Baby, magst du es auch so gerne unheiß und abgehitzt wie ich?“
Da lächelte das Geburtagskind wie eine echte verdammte Prinzessin der Tür und flötete: “ Oh ja.“
Das fanden alle anderen Scheiße, denn die standen mehr auf „gelbe Sau, all day long“, aber es war schließlich Pepitas und C. B’s. Geburtstag, da konnte man schon mal was runterschlucken. Nicht wahr?