Alkoholiker mit Botschaft: Alle Alkoholiker sind schön mit Wanderstock

(Dieser kleine Texte erreichte die Redaktion heute morgen. Wir sind überzeugt von Unbedingtheit und Wichtigkeit.)

Jakob Hanger und Sid Blaha sind leidenschaftliche Wanderer. Und sie sind Alkoholiker. Die beiden fordern mehr Akzeptanz und einen unverkrampften Umgang mit dem Thema.

Drahtig, athletisch, sportlich – die Liste an Attributen, die man Wandernden gemeinhin zuschreibt, ist lang. Das Wort Alkoholiker ist bislang für die meisten eher nicht dabei gewesen. Genau dieses fehlende Bewusstsein wollen die Österreicher Hanger und Blaha schaffen, indem sie offen mit dem Thema Wanderer-Alkoholismus umgehen.

Hanger und Blaha erklären darin, dass ihnen bewusst ist, wie emotional das Thema diskutiert wird. Dennoch scheuen sie diese Auseinandersetzung nicht. Denn „solange es keine Bilder von Alkoholikern auf Wanderwegen gibt, werden alkoholisierte Menschen sich nicht trauen zu wandern“. Sie wollen dem Wort Alkoholiker, das zeitlebens gegen sie verwendet wurde, seine negative Konnotation nehmen. Es solle einfach nur mehr eine Eigenschaft beschreiben, ohne zu beleidigen: „So wie blond, groß oder klein.“ Sie wollen sich auch nicht dafür rechtfertigen müssen.

Bedürfnisse alkoholisierter Wanderer sichtbar machen

Wie eine Kurzdoku zeigt, sind die beiden Männer leidenschaftliche Wanderer.
Und es für sie nicht mehr hinnehmbar, dass sie bei einer Einkehr schief angesehen werden, wenn jeder ein oder zwei Liter Wein trinkt. Ganz zu schweigen von den Kommentaren, die Anwesende tuschelnd austauschen. „Es braucht“ so Blaha, „endlich eine offene Diskussion über die Bedürfnisse von Alko-Wandern.“
Er nennt konkret „Rabatte bei alkoholischen Getränken, freie Alka-Seltzer bei Heurigen und Alkoholiker gemäße Speisen, sowie eigene, richtig ausgestattete Rauschauschlafplätze.“

„Darüber“ doppelt Hanger nach, „ muss endlich offen und ohne Tabus diskutiert werden.“