Covi-Diary (24)

Gestern gab es Schönes und Trauriges, heute ist Hässliches und Böses an der Reihe.

Und wo zeigt die Hässlichkeit ihr fettes Gesicht ungenierter, als in einem Supermarkt voller in augenrollender Panik Einkaufswagen befüllender Mitemenschen? Überlegt mal.
Der Grund der Panik? Der nächste Montag ist ein Feiertag und der Laden dann zu. Jetzt ist Donnerstag. Aber man kann nicht früh genug anfangen, ein hässliches, hamsterndes Arschloch zu sein.

Da ich ja mephistolesche Züge an mir entdeckt habe, war es selbstverständlich, dass ich die neue „Corona-Stopp“-App, mit meinem Malocchio betrachtete.
Die App verleitet mein Handy über Bluetooth mit allen anderen Handys – die diese App auch runtergeladen haben – in Kontakt zu treten. Und wer nun Virusträger ist oder wird, der meldet das an einer Meldestelle, die die anderen auf der Kontaktliste informiert, damit sich diese in Qualantäne begeben.
Wenn ich genug Kontakte gehabt habe, melde ich einen Virusbefall und alle anderen verschwinden in ihren Löchern. Für zwei Wochen. So kriegt man Straßenzüge wieder leer. Lusche Feinde, beginnen sich wieder vor einem zu fürchten. I’m very powerful!

Ich weiß nicht, ob es tatsächlich so vonstatten gehen könnte, aber ich sehe in den ganzen Corona-Debatten nie jemanden der Fachleute und Politiker, die das Böse, die Böswillgkeit und die Niedertracht in ihre Berechnungen einbeziehen.

Ich halte das für einen Fehler.

Nachtrag: Seit einem Monat (fast) in der Qualantäne. Hier, in Austria. Ich frage mich nun, wo zum Hugo ich mich noch anstecken soll? Bei Ärzten und Krankenpflegern?
Wenn all jene, denen ich auf der Straße und im Supermarkt begegne, auch aus der Qualantäne kommen, dann sie wir alle gesund. Oder doch nicht?

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