Covi-Diary (8)

Schon länger stelle ich mir die Frage, warum man den Mitmenschen nicht hassen soll, wenn er sich hassenswer benimmt? Gut, für Christenmenschen stellt sich diese Frage nicht, da sie den Mtmenschen gerade als hassenswertes Individuum lieben müssen.
Ich finde, die Christen machen es sich da ein wenig einfach. Aber vermutlich belügen sie sich auch. Manche mehr, andere weniger.
Andererseits ist Mitmenschenliebe natürlich enorm anstrengend, und braucht bestimmt lebenslanges Training, wie das der Buddhisten, die aus dem fuckin’ Samsara rausgleiten wollen. Und dann sitzen sie da und haben keine Begierden mehr. Nicht mal mehr nach Bourbon, Bier, Sex, Netflix und Klopapier.
Aber der Christ soll ja nicht nur rumsitzen (tun die Buddhisten ja auch nicht wirklich). Er soll ja auch was tun. Tätige Nächstenliebe. Was in meinen Ohren klingt, als soll man Distanz halten, und dem Mitmensch nicht auf den Sack gehen.
Sieht der Christ vielleicht ein bisschen anders.
Was soll’s?

Aber was macht man mit seinem Hass, wenn er einem zu anstrengend wird (Das ist er nämlich)? Man wandelt ihn um. Ich meine, man versucht es. Je nach Temperament. Und was kommt dem Hass am nächsten, was ist sozusagen das „Softball“ des Hass-Baseballs?
Was kommt ihm am nächsten, ohne denselben brutalen Ausdruck zu fordern?
Ich würde sagen, es ist die Verachtung. Ja. Die gute, alte Verachtung, die schon von Camus so hoch gelobt wurde. Bei Camus gilt sie allerdings nicht so sehr dem hassenswerten Mitmenschen, sondern dem eigenen Leben. So wie Sysiphos sein Schicksal verachtet, wenn er seinen ewigen sinnlosen Job macht. Das hat Klasse.

Find ich gut. Hilft.

Soviel für heut, ihr Scheißerles!

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