Covi-Diary (6)

Es ist, wie man so sagt, ewig schade, dass Georg Kreisler, diese Tage nicht mehr erleben darf.
Sein Song ist Wirklichkeit geworden.

„ … Wie schön wäre Wien ohne Wiener
So schön wie a schlafende Frau!
Der Stadtpark wär sicher viel grüner
Und die Donau wär endlich so blau!
Wie schön wäre Wien ohne Wiener –
Ein Gewinn für den Fremdenverkehr!Die Autos ständen stumm
Des Riesenrad fallet um Und die lauschigen Gassen wärn leer
In Grinzing endlich Ruh Und’s Burgtheater zu –
Es wär herrlich, wie schön Wien dann wär! Keine Baustölln, keine Schrammeln …“

Auf meinem 3 Stunden Spaziergang, nichts als Cops in Mannschaftswagen, Geistertrams, die Lust machten sich zum Beispiel luxuriös nach „Dornbach“ kutschieren zu lassen. Ganz hinten sitzend. Allein, allein, allein. Aber ich tat es dann doch nicht, denn es war gerade so schön hier.
Wie schön und still ist Wien, wenn die Sonne scheint und der Mitmensch nicht lärmt, konsumiert, die Luft verpestet, rempelt, drängelt, spricht, schreit, furzt, frisst, schmust.
Wie schön ist Wien, wenn der Mitmensch zuhause bleibt, und sich am Anblick des gehamsterten Klopapiers und der Nudelpackungen erfreut.

Es ist die Zeit von uns 5/7 Misanthropen. Jetzt kommen auch wir einmal auf unsere Kosten. Gibt es Gerechtigkeit? Natürlich nicht. Wir werden für unseren Frevel, nicht unter dem Ausgehverbot zu leiden, schwer büssen müssen. Wenn dann alles wieder vorbei ist, und es schlimmer wird als zuvor. Wenn der Mitmensch anstatt des Klopapiers nun wieder den Lärm anbetet.

Egal. Jetzt ist es ziemlich großartig.

So schön ist Wien ohne Wiener …

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