Covi-Diary (5)

Ein fröhlich um sich beißender Nordwind weht und grinst kalt und doch sanft, als ich mich auf den Weg zum Supermarkt mache. Ich mag den Wind, er hat den Frühsommer kaltschnäuzig vertrieben. Guter Mann! Ich kauf nur ein bisschen Hafermilch für die Tochter, Salat und etwas Gewürze. An der Kasse fordert die Vorderfrau mehr Anstand, obwohl zwei Einkaufswagen und dann noch etwa 2 Meter zwischen uns sind. Nun ja, die Gier hat viele Drecksvisagen.

Wenn es früher von einem Überfallenen hieß: „Vorsicht, ich kann Karate!“ Wird heute einfach brutal gehustet: „Ich hab Corona, bitch!“
Und der Angriff ist abgewehrt. Außerdem darf man jedem, der einem zu nahe kommt in die Fresse hauen. Notwehr. Gegen einen Mordversuch.

Natürlich habe ich weiter an meinem Ergometer geschraubt, ich Genie, und unter zuhilfenahme einer Schlauchbride, Montageband, eines Stück Stahlseils und einer Seilklemme eine gewaltige Verbesserung der Widerstandsqualität kreiert. Ja, kreiert. Man könnte das, wenn es verfeinert würde, patentieren lassen, denn die zu Grunde liegende Idee ist einfach … ihr wisst schon … jawoll … Ingeniös.

Alle in der Wohnung sind extrem fleißig. Völlig spannungslos. Fahrradergometer, Liegestütz, Schreiben, kochen und Reparaturen. Abends etwas Alkohol und Filme, commes tous les soirs. Ja, und dann noch „Johnny B. Good“ auf der Dobro. Is’n harter Brocken für einen alten Kerl. Aber was soll’s.

In Germanien ist man offenbar immer noch im Scheißmodus. Schätze, man wird nun bald Klorollen als Währung einführen. Wie im Knast Zigaretten. Apropos Knast: Besuche sind gestrichen, was in vielen Knästen zu halben Revolten geführt hat. Verständlich. Ein fuckin’ Knast, voll mit Typen auf’m Turkey. Wer bringt denn jetzt das Dope?
Die Aufseher?

In diesem Sinn, Scheißerles, bis morgen

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