Covi-Diary (11)

Und was gibt es sonst noch?
Nichts.
Vielleicht die Frage, ob es mich freuen soll, dass für einmal nicht nur ich, als „Kulturschaffender“ pleite bin, sondern etliche Kollegen und Kolleginnen ebenso. Zumindest tun alle so, und stürmen die HP’s mit den Antragsvormularen für was-weiß-ich-für-Verdienstausfallsentschädigungen.
Aber warum sollte mich das freuen? Darauf hab ich keine Antwort. Wie auf den Rest auch nicht.
Andererseits sieht es ganz danach aus, als würden endlich mal jene sichtbar, die die schweren Jobs in dieser fuckin’ society haben. Nein, nicht wir fleißigen Umsonstos, sondern jene, die nichts verdienen und den ganzen Scheiß erledigen: Krankenpfleger, Altenpfleger, Supermarktangestellte, Erntehelfer und so weiter.
Und wenn der verdammte Höllenspuk vorbei ist, werden sie mit Sicherheit wieder in die Unsichtbarkeit zurückfallen, und niemand wird ihnen mehr applaudieren.
Aber ich kann mich irren. (Was natürlich einen Tautologie ist, denn Irrtum is my second Initial.)
Wie dem auch ist und werden wird: Bei fällt nichts aus, was ich auf ein Antragsformular schreiben könnte. Ich bin einfach ganz normal blank. Und so warte ich, wie schon tausendmal in meinem Leben, auf ein Wunder. Andere warten auf die Erhörung ihrer Klagen beim Amt, ich warte auf ein Wunder. Ich bin Schüler von Henry Miller. „Zwischen mir und der Zukunft steht eine Mahlzeit.“
Oder aus „Siddharta“: „Ich kann denken, ich kann warten, ich kann fasten.“
Oder wer’s gern katholisch mag: „Ich kann nicht tiefer fallen, als in Gottes Hand.“

Man kann natürlich auch aktiv werden. (Siehe Bild unten)
Schätze mal, das Ding kommt auf mein nächstes Buch.

Falls ihr Scheißerles für diese erbaulichen Wortspenden auch spenden wollt, so macht aus eurem Herzen keine Mördergrube, und meldet euch bei: andreas@niedermann.at
Unter dem Betreff: I am your wonder!

Bildtitel:
Kreativer „Kulturschaffender“ kurz vor dem Besuch einer Bank.

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