Partyservie

Es ist schon ein paar Jahre her, da sagte der inzwischen von uns gegangene Filmessayist Peter Liechti zu mir: „Ich bin noch einer der ganz wenigen in der Schweizer Filmszene, der keinen begüterten Background hat. Sonst? Alles KInder von reichen Eltern.“

Ein junger Journalist schrieb neulich etwas ähnliches im „Spiegel“, nämlich, dass nur es nur noch Privilegierten möglich sei, die Journalistenschule zu meistern, sprich, ein Leben zu finanzieren, dass dies möglich macht. Sein Fazit: Nur noch Reiche berichten.

Ein anderer Freund, auch aus der Filmbranche, singt den gleichen Song: Fast nur noch fett Begüterte am Werk.

In den Stadttheatern? Ist anzunehmen, dass es sich dort nicht wirklich anders verhält.

Und alle sind links. Wobei sich das Linkssein darauf beschränkt, allen anderen zu diktieren was diese zu tun, zu sagen, zu denken haben.

Eine Art arroganter Partyservice.

Und schon Jörg Fauser hat vor Jahrzehnten gewusst was Sache ist. Damals noch im Konjunktiv.

„Wenn Literatur nicht bei denen bleibt, die unten sind, kann sie gleich als Partyservice anheuern.“

„Bern ist überall“ nennt sich eine Schweizer Autorengruppe. Ich halte dies für eine gefährliche Drohung.

Die Kunst? Wer sich über den nichtssagenden, langweiligen und von verklemmten Schuldgefühlen dominierten Kunsthochschulausschuss informieren will, kann einen Galerienschaufensterbummel in der Schleifmühlgasse in Wien machen.

Und wie schon der als rechts diffamierte Jan Fleischhauer richtig bemerkte: Ein Künstler aus Ghana ist nicht der „Fremde“. Sondern der Einheimische vom Stadtrand.

Alles Partyservice? Noch nicht ganz. Es sind noch einige Struggler am Werk. Vielleicht sollte man die unterstützen. Ist nur so ein Gedanke …

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