Blaise Pascal was wrong

Im Gym sah ich heute einen Typen, der auf der Beinstreckermaschine sitzend, mit einem weiblichen Kind skypte. Vermutlich mit seiner Tochter. Und zwar ohne Kopfhörer. Wir anderen mussten den coolen Daddy-Tochter-Dialog mitkriegen. Das war Absicht.
Da ich aber gerade auf dem Weg nach draußen war, war der Impuls dem Burschen das Ding hinten reinzurammen etwas abgeschwächt, aber für einen langen Moment verließen mich die Lebensgeister, und ich versank in einer tiefen Sekundendepression. Offenbar war die Zeit angebrochen, da solche Aktioen als vollkommen normal durchgehen. Ich bin alt, ohne wirklich alt zu sein, ich habe mich selber bereits überlebt, ich bin noch einer von jenen, die irriger Weise der Ansicht sind, dass es Dinge gibt die man „privat“ halten sollte.
So nähere ich mich Schritt für Schritt dem Leben eines Hikikomori.
Wie man so hört, sollen die in Japan bereits ein fettes Problem darstellen. Menschen, die sich weigern, ihr Zimmer zu verlassen. Und da dies zu einem Problem wird, aus verständlichen Gründen, die ich hier jetzt nicht alle aufführen will, so wird auch endlich das doofe Wort von Blaise Pascal ad absurdum geführt: Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen.

Wäre Pascal einen Schritt weiter gegangen, hätte er scharf sehen können: Man kann nicht immer in seinem Zimmer bleiben, man muss auch mal raus, an die frische Luft. Und darum hätte sein Satz so lauten müssen: Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, daß wenn sie ihr Zimmer verlassen, auf andere Menschen treffen.

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