Die Knallbar Diaries (14)

Tage oder vielleicht gar Wochen intensivster Arbeit. Ich erkenne mich nicht wieder. Knallbar der Workaholic?
Die Familie ist wieder da. Daran mag es liegen. Sie geht mir auf die Nerven, deswegen verkrieche ich mich in eine meiner Zimmerfluchten, mit nichts als einem Sofa, einem Tisch, einem Stuhl und meinem Lap. Ja, und ein paar Bücher die mich inspirieren, und in denen ich zwischendurch lese, damit ich wieder weiß, was ein wahrer Aussagesatz ist.

Moss hat die Filmidee verworfen. Eigentlich habe ich sie verworfen. Langweilich. Hab einen Stapel kürzest Geschichten geschrieben. Ein Semi-Irrer zahlt mir einen Tausender pro Stück. Ein Sammler. Ein guter Kapitalist. Ein Mensch mit Bildung. Oder sowas. Er wird die Stories in einem einzigen Buch sammeln. Stories von Lev-André Knallbar. Ist natürlich reiner Kitsch, den ich da absondere, aber was solls. Schreiben heißt, in der Lage sein, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. „Ein armer Dichter is a Schaas“, wie der Alkoholiker und Dramatiker Werner Schwab heraussabberte. Ja, sagte ich damals, noch arm, das kann schon sein, aber ein toter Dichter ist noch der lautere Schaas. Das sagte ich, als er an irgendeinem Silvester mit 36 einen suffbedingten Atemstillstand erlitt. Gut, das war hart. Aber das ist kein business für Weichtiere. Schwab hatte seinen Spass. Und keine Sau spielt heute noch seine Dramen. Kein Wunder, wenn alle nur noch den Vollkitsch wollen. Oder den Bobomüll für die Damen.

Schreiben wir halt den Kitsch. Hauptsache, das Konto macht einen netten Eindruck.

Entsetzlich, wie ich stinke. Sollte vielleicht wieder mal duschen. Hab mir so’n Unterwasser-ipad besorgt. damit auch unter der Dusche an meinen Kontostand rankomme. Ist echt geil. I’m lovin it…

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