Die Knallbar Diaries (9)

Tage intensivster Arbeit. Keine Anrufe. Allein. Partyeinladungen ausgeschlagen. „Auf Partys geht man wegen Sex oder business.“ (Gore Vidal). Kein Interesse. Zur Zeit.
Ich träume nachts. Ich mag keine Träume. Aber darüber habe ich – verdammt noch mal – keine Kontrolle. Das mag meine Abneigung begründen. Träumte, dass ich gefangen genommen wurde. Von Daesh. Oder sowas. Sie wollten mich töten, und ein bärtiger Alter begann mit einer Maschine, meine Haare zu scheren. Ich musste es geschehen lassen. Ich sagte nichts, protestierte nicht, empfand nur grenzenlose Verachtung. Das war interessant, dieses Gefühl. Absolut ohnmächtig und ausgeliefert, schwach wie nie, aber frei von Furcht, erfüllt von tröstlicher Verachtung.

Nach dem Aufwachen fiel mein Blick auf das Bücherregal. Auf die C’s. Die C’s sind die besten. Céline, Camus, Chandler, Cendrars. Carver. Cailloux. Chessex. Carrère. Die hohen C’s.
Die K’s sind nicht so gut. Mein Name versaut den Schnitt noch mehr. Kerouac, Köstler, Knallbar. Na ja.

An die Arbeit, Knallbar…

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