Mut

Der Dok.Film „Fuocoammare“ hat den goldenen Bären gewonnen. Gratulation. In 3Sat wurde der Juryentscheid als „mutige Entscheidung“ gefeiert. Nun ja. Die Entscheidung für die Flüchtlingsdoku von und vor Lampedusa mag vieles sein – erwartbar, überraschungslos, richtig oder falsch -, aber „mutig“ war sie nicht.

Dass dieser Film gewinnen würde, war mehr als erwartbar. Es stand schon am ersten Tag fest. Das was danach folgte, war das typische Ballyhoo eines Klitschko-fights, wo der Gegner (im Berlinalefall, die Mitbewerber), als echte, gefährliche und schlagkräftige Konkurrenz angepriesen wird, wo aber jeder, der etwas von der Sache versteht, weiß, dass Klitschko gewinnen wird.
Die Berlinale kann nicht anders. Die Reputation, you know. Sie muss.
Soll sie müssen.

Aber man soll mir das bitte nicht als mutige Entscheidung verkaufen.
Mut haben heißt Risiko nehmen. Mut braucht man, um sich zwischen ein Flüchtlingsheim und den ostdeutschen Mob zu stellen. Mut haben heißt seine Frau, Freundin, Tochter, Schwester vor einem Frauen-Progrom zu schützen und sie mit den Fäusten zu verteidigen.

Mutig wäre es gewesen, einen anderen Film zu prämieren. Vielleicht einen einfachen Film, der eine sehr persönliche Geschichte erzählt, abseits von den Schützengräben der Flüchtlings-freunde und -feinde.

Jetzt wars einfach nur etwas langweilig.

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