Ironie

Heute las ich einen ironischen Artikel zu Pegida-German-Angst-Refugees-Deutschland. Geschrieben von Friedrich Ani.

http://www.zeit.de/freitext/2015/12/15/fremdenfeindlichkeit-syrer-angst-ani/

Ironie? Hallo, sagte ich zu ihr, freut mich dich zu sehen. Long time no see. Wie geht’s denn so? Hab gedacht du bist tot. Oder sowas. Irgendwo zwischen Intensivstation und Aufbahrungshalle. Aber nee, dich gibt’s noch. Und dazu noch bester Laune. Obschon es dafür keinen Grund gibt. Vielleicht bist du ja selbstgenügsam geworden? Hoffen wir mal: Nicht selbstgerecht. Oder selbstzufrieden.
Wusste auch nicht, dass es noch immer Leute gibt, die dich schätzen. Und sogar verstehen. Wie sagte einst der „Blick“-Chef Übersax: „Kinder und Blick-Leser verstehen keine Ironie.“ Das war in den 70-er Jahren. Lang her. Gefühlt drei bis vier Generationen. Und heute? Sind nicht inzwischen so ziemlich alle zu „Blick-Lesern“ geschrumpft?

Nach dem Artikel dachte ich, dass Ironie vielleicht nur noch was familiäres ist; die Sprache einer Geistesgemeinschaft, das Jägerlatein der Verzweifelnden. Oder ist das jetzt auch schon Ironie? Oder eher Schwulst?
Ironie schneidet nur, wenn sie auf Geist trifft. Das macht sie prekär.
Ironie ist nicht ungefährlich. Sie kann abhängig machen. Ich kenne solche Leute. Die brauchen dringend einen Entzug.

Ganz unironisch: Vielleicht war ja Anis Text gar nicht ironisch …

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