Der Prediger zu Fazebock

Ohne das Redaktionskollektiv in die Entscheidung einzubeziehen (so sagt man das doch, n’ est ce pas?), habe ich vor einigen Wochen, ganz im absolutistischen Stil (der mir schon immer imponiert hat) entschieden, dass Songdog seinen Facebook Account auflöst.
Die Kritik folgte auf dem Fuß. Marky Mark meinte, man kündige ja auch nicht den Telefonanschluss, nur weil dauernd Idioten anriefen. Kann sein. Ich schon.

Fazebock ist scheiße. Fazebock ist für alte Arschgeigen, die zuviel Freizeit haben. Fazebock ist das Rascheln von Nagetieren unter der Spüle und hinter den Wänden. Fazebock ist für’n Hugo und für Hugine. Fazebock ist Sysiphos, der niemals oben ankommt.

Was letzlich den Ausschlag gab, den Account zu löschen?
Weiß nicht.
Vielleicht solche Sachen: Einmal stellte ich einen längeren Text auf die Site, einen, für den man schon zum Querlesen mindestens eine Minute brauchte. Als ich nach 10 Sekunden wieder auf die Site kam, weil ich was vergessen hatte, waren da 4 oder 5 Likes. Ich will jetzt keine Namen nennen.

Oder man stellt ein Buch des Verlages vor, hat etwa 500 Besuche usw. aber keine einzige Bestellung.
Wozu also die Mühe?
Die Absicht hinter einer Verlagssite auf Fazebock liegt eindeutig in einem gesteigerten Verkauf seiner Produkte. Voll die Kapitalistenschweine, die Pimperlverleger. Tja. Wir haben keine Zeit zum rumlabern. Unser Motto lautet: Be brave and stupid, buy this book.

Ein schönes Erlebnis war auch, dass die Ankündigung, Fazebock zu verlassen, vielfach geliket wurde. Und danach konnte man von den Likern in Blogs etc. erfahren, dass Fazebock zwar scheiße, aber trotzdem super sei.

Darauf lassen wir den Prediger antworten:
„Sei nicht schnell mit deinem Munde und lass dein Herz nicht eilen, etwas zu reden vor Gott; denn Gott ist im Himmel und du auf Erden; darum lass deiner Worte wenig sein. Denn wo viel Mühe ist, da kommen Träume, und wo viel Worte sind, da hört man den Toren.“

Selbstkritik?
Durchaus.

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