Peitsche und Psychotricks

Heute früh sah ich meiner Tochter beim Reiten zu, und verstand wieder einmal  – nichts. Das heißt, ich verstand noch immer gleichviel wie vor Jahren, vor Jahrzehnten. Ich kann Pferde nicht verstehen. Diese großen schönen Tiere tun alles wie willenlos, was kleine, meist weibliche Menschen von ihnen verlangen. Das ist mehr als seltsam.

Ein dressierter Tiger tut auch vieles, was der Mann mit Peitsche von ihm verlangt, aber wenn der Mann einen Fehler macht, ist er dran. Und er kann nie sicher sein, wann es soweit ist.

Auf dem Nachhauseweg im Auto, sprachen wir über die zwei Methoden, sich so ein Pferd zu Willen zu machen. Die Willensbrech-Methode und die „Pferflüsterer-Methode“.
Ich vertrat die Meinung, dass die Willensbrech-Methode, die eigentlich den Willen des Pferdes nicht „bricht“,  sondern ihm nur zu verstehen gibt, dass mein Wille der stärkere ist, letzlich diejenige ist, die den Willen und den Charakter des Tiers mehr achtet, als die Psychotricks, mit denen auf die „sanfte“ Tour, die Determination des Pferdedaseins ausgenutzt wird, um es sich untertan zu machen. Weil um das geht es letztlich in beiden Fällen. Noch nie hat jemand ein Pferd angetroffen, dass sich selbst gesattelt hat – usw.

Wer den Willen des Tieres bricht, gesteht ihm einen Willen zu.
Der Flüsterer schleicht sich ein und manipuliert das Tier, sozusagen von innen heraus, spielt seine intellektuelle Überlegenheit aus.

Die Peitsche des Sklavenhalters sagte nicht anderes, als dass Arbeit etwas ist – wenn überhaupt – dass man für jemanden andern nicht freiwillig abliefert.
Kredite und gezüchteter Konsumzwang  haben das abgelöst, und so ziemlich alle finden es supi…

11h06 in Wien bei 30 Grad…

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