Krank in Austria

Gestern  weigerte sich ein Wiener Busfahrer ein eisschleckendes Kind in den Bus einsteigen zu lassen. Es kam zum einem Disput mit dem Vater, der Busfahrer stieg aus, rief die Polizei, die mit rotierendem Blaulicht heranraste und… irgendwie… nichts tun konnte.
Ist das lustig? Nein – Österreich.
Denn eigentlich ist es verboten in Öffis zu spachteln. Aber niemand käme in den Duftwolken von Leberkässemmeln und billiger Pizza auf die Idee, dass dem so sein könnte.

Nun zu was ganz anderem vom Gleichen.

Neulich nannte der Schriftsteller Robert Menasse in einer Talkrunde den „Rauchersheriff“ Gerald N., der über 1000 Anzeigen gegen Lokale, die sich nicht an die Nichtraucherbestimmungen hielten, einbrachte, „krank“.
Jawolll. Krank soll der Mann sein, denn er hielt die österreichische Gepflogenheit – durch die ewige GROKO befeuert -, dass Gesetze zwar erlassen, aber nicht exekutiert werden, irgendwie nicht mehr aus. Er wehrte sich dagegen. Zugegeben – etwas exzessiv.
Das findet Robert Menasse „krank“.

Ich denke, man kann davon ausgehen, dass es andere Gesetze gibt, die nicht exekutiert werden, und dass dies dem Herrn Menasse gar nicht passt. Aber das sind dann eben wichtige Gesetze, während es andere gibt, die nicht so wichtig sind (Menasse ist Raucher). Und welche wichtig sind, das bestimmt immer noch der, der es sich am besten gerichtet hat.

Dass vielleicht nicht der „Rauchersheriff“ krank ist, sondern die österreichische Unart mit Gesetzen umzugehen, diese Erkenntnis hätte der Intelligenz eines Menasse zugemutet werden können.

Aber man irrt sich halt.

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