Klempner und Theater

Der Klempner geht nicht ins Theater, sagt er. Warum? Zuckt die Achseln, fühl mich nicht wohl, sagt er, soviele Menschen, die so tun als wären sie hier zuhause. Und da steht dann immer ein Bett auf der Bühne und die Leute brüllen einander an, nichts für mich, sagt der Klempner, kann ich zuhause auch haben. Außerdem, sagt der Klempner, tun die Theaterleute so gutmenschig und kommen einem immer mit ihrer Moral, kann ich zuhause auch haben, sagt der Klempner. Was ist den schlecht an Moral? Nichts, sagt der Klempner, aber ich bin alt genug, jedem Prediger zu misstrauen, zum Beispiel diesem Bono und dem anderen, der mit den zwei Herointoten in der Familie, dieser Moneyweg… Geldof, meinst du… ja, Geldof … die immer rumzetern ich soll mein Geld nach Afrika schicken. Warum schicken die nicht ihr eigenes? Ja, hast ja schon mal gesagt. Ist doch wahr, oder!

Der Klempner sagt, er findet es ein bisschen zu einfach und zu risikolos mit den Theatersubventionen den anderen Menschlichkeit zu predigen. Menschlichkeit, sagte der Klempner, kann man nicht verordnen, man kann sie aber vorleben.

Dann wird dir der Theatermann Nicolas Stemann gefallen, der angekündigt hat, Flüchtlinge bei sich wohnen zu lassen…
Das ist okay, sagte der Klempner, so wirds gemacht.
Er hofft, sagt der Klempner, dass Stemann dann über seine Erfahrungen berichten wird. Super, sagte er noch, danns geht’s wieder an die Arbeit, auch verstopfte und überschwemmte Scheißhäuser müssen entstopft werden, sagt der Klempner.

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