Missbrauch

Prallen ist ein schönes, kräftiges und wildes Wort. Ich mag es.
Aber es wird missbraucht. Von Nachrichtensprechern -und Innen. In Nachrichten ist der Missbrauch von Worten offenbar das Hobby von Redakteuren oder sie machen es aus – Langeweile. Oder weil sie keine Ahnung von Worten haben.

Petra Gerster sagte: „Die Tsunamiwelle prallte gegen den Strand.“
Nee, tat sie nicht. Prallen geht nur fest gegen fest. Nicht flüssig gegen fest.
Aber vermutlich fühlen sich die Textverschreiber des ZDF auch ein wenig als Dichter und Schriftsteller und suchen nach einem Wort, einem Verb, das was hermacht. Und dann prallt eben das Wasser gegen den Strand. Dass ein Tsunami einfach den den Strand überflutet ist zu banal, belanglos, das kann doch jeder.

In den Schweizer Nachrichten haben sie aufgepasst, und wissen, dass „prallen“ nur fest gegen fest geht. Aber trotzdem geht ihnen grundlegende Kenntnis und Feingefühl im Umgang mit dem Wort ab.
„Der Bus prallte in einen Baum.“
Tat er nicht. Denn der Bus prallte gegen einen Baum.

Was verdienen eigentlich diese Texter so?
Eins ist sicher: Mehr wie gegen mich …

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