Was für ein Glück

Wenn man als Opfer-Täter unterwegs ist, geht’s einem wie Schwangeren: Man sieht überall andere Schwangere.

Diesmal erblickte ich den Unterweger Jack, der Lieblings Opfer-Täter der österreichischen Intellektuellen, sozusagen der Udo Proksch für Linke. Ein Film soll es diesmal werden, ein Thriller gar, denn es sind bereits wieder 5 Jahre her, seit Sturminger mit dem Musiktheaterprojekt für Barockorchester „The Infernal Comedy“ – mit John Malkovichin in der Rolle des 12-fachen Frauenmörders – im Ronacher gastierte.
Und die gefühlten 22 Bios sind inzwischen auch ausgelesen, und jetzt muss halt ein Film her, einer, der sich wieder mal der Frage widmet, ob dieser kaputte Killer – dessen widerwärtiges, weinerliches Selbstmitleid gepaart mit blutgefrierender Brutalität wirklich nur Schreibtischler täuschen konnte  –  nun echt ein kaputter Killer war oder ob es doch wir waren, die Gesellschaft, die ihn dazu gemacht hat.

Ist diese Frage denn nicht beantwortet?
Aber nicht doch. Denn durch den Suizid Unterwegers wurde das Urteil des Geschworenengerichts nicht rechtskräftig. Es gilt die Unschuldsvermutung. In alle Ewigkeit, Amen.
Was für ein Glück! Was für ein Glück!

Eine Antwort auf „Was für ein Glück“

  1. Ich hab da erst kürzlich wieder eine Reportage über den Fall gesehen.
    Der Knoten mit dem er sich erhängt hat, war der gleiche (seltene) Knoten, mit dem alle Opfer, für deren Ermordung er angeklagt wurde, stranguliert worden waren…

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