Die Schweiz ist zum Lachen

Ich bin in der Schweiz. Osten-Westen-Mitte.
Es geht das Gerücht, dass es in der Schweiz nicht lustig sei und man kaum was zu lachen hat. Das ist falsch. Kein Land hat die besseren und berühmteren Clowns. Aber auch sonst komm man auf seine Kosten im Lach-Department.
Als ich auf den Zug warten musste, kaufte ich mir am Kiosk eine Flasche Mineralwasser. Mit Gas. 1/2 Liter. Kostete sfr. 3,50. Was habe ich da gelacht!  Was soll man sonst machen?
Ich dachte daran, dass es das Unverständnis von Freuden im Ausland weckt, wenn die Schweizer nun einen Mindestlohn von sfr. 25.-/ Stunde verlangen. Warum denn? Das ist doch nix. 25 Fränkli?
Eine 4-köpfige Familie muss – aus gesundheitlichen Gründen empfohlen – mindestens  8 Liter Wasser trinken. 8 Liter Wasser kosten sfr. 56.-, da muss dea Vodda schon mehr als 2 Stunden täglich nur fürs Wassser schinageln. In der Woche 14 Stunden, im Monat 56 Stunden. Ich meine, da bleibt wirklich nichts übrig …

Was für arme Schweine meine Landsleute sind! Und trotzdem nicht deprimiert. Nichts trübt ihren Frohmut … außer vielleicht … Plätze. Schweizer sind Agoraphobiker. Ein Platz auf dem nicht alle zwanzig Minuten eine Action stattfindet oder der sonst irgendeinen sichtbaren Zweck erfüllt, macht sie nervös. Da werden sie fahrig und fuchtig. Die SVP fürchtet zweckungebundene Plätze, wie ein Kind die Geisterbahn: Da könnten sich unschweizerische oder gar ausländische Gestalten tummeln. Der Freisinn kriegt die Motten, weil keiner Geld damit machen kann und die Linken können so einen Platz ohne Kultur schon gar nicht goutieren.

Ein Platz, der einfach nur ein Platz ist – und darin sind sich alle Schweizer eigentlich einig – das geht nun gar nicht.

Das ist doch auch zum Lachen …

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