Boxen und Literatur

Es soll doch tatsächlich Leute geben die sich darüber wundern, wie es der nette und durchschnittlich begabte Boxer, der Samoaner Alex Leapai, an die Spitze der WBO-Rangliste und somit zum Pflichtherausforderer von Wladimir Klitschko, geschafft hat.
Es soll auch Leute geben die sich darüber wundern, wie im nicht minder korrumpierten Litearturbetrieb es eine Lewitscharow zum Büchner-Kleist-und-zig-anderen Preisen gebracht hat?
Aber warum, frage ich, soll es den Boxfans besser ergehen als den Lesern?
Und wenn beide zusammen gehen, der Boxaficionado und der Leser, dann hat der eben Pech gehabt. Nächstes Mal besser aufpassen. Aquarellieren und Unterwasserugby bieten besseren Schutz vor Absprachen und undurchsichtigem Gebaren, und man bekommt es mit bedeutend weniger Rezensenten zu tun, die auf der Payroll von großen Verlagen stehen. Und all sowas.

Klitschko-Leapai ist, übersetzt in die (Krimi)Literatur, Lewitscharow gegen Chandler, und Klitschko hatte bestimmt die Anweisung, den überforderten Leapai doch – bitte, bitte – ein paar Runden stehen zu lassen, damit die Werbekunden auf ihre Kosten kamen. Was er dann auch tat. Klitschko fuhr – um ein Bild aus dem Autosport heran zu ziehen –  das Rennen im Rückwärtsgang nach Hause. Nun denn: Wladimir kann man die Schuld nicht umhängen, er hat einen guten Job gemacht, keinen einzigen Schlag kassiert, und die Dusche danach fiel vermutlich kurz und unter fröhlichem Absingen der ukrainischen Hymne aus. Gut so.

Für den nächsten Fight allerdings, wird Klitschko noch mehr Ernst als gewohnt aufbieten müssen, denn dann bekommt er es mit Kubrat Pulev zu tun, einem äußerst gelassenen, intelligenten und kampfstarken Mann, der auch schon große Männer nach allen Regeln der Kunst auseinander genommen hat. Wie „Sascha“ Dimitrenko und den weißrussischen Riesen Alexander Ustinov.
Natürlich: Klitschko ist Favorit, aber, und das prolete ich laut hinaus: Es wird ein richtiger Kampf! Versprochen.
Denis Johnson gegen Nick Tosches.
Oder so.

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