Wunder, beinahe täglich

Es ist immer wieder wie ein Wunder. Es fühlt sich an wie ein Wunder, und ist doch nur ein magischer Tagesbeginn. Ich weiß nicht, wieviele von dieser Magie berührt werden, sie überhaupt bemerken, nicht jeden Tag, aber fast jeden. Sie verschafft mir die Gewissheit, dass noch nicht gar alles am Arsch ist.
Man mag mich für bescheuert halten, für beschränkt, auf eine obszöne Weise unbedarft, aber trotzdem ist es einfach genial:
Um 8 Uhr früh im Geisteszentrum. Der Typ hinter dem Tresen sagt „Guten Tag“, und du siehst die Leute, die bereits am Arbeiten sind, die Gewichte stemmen, auf den Crosssteppern laufen, ja, und nun kommt’s: keiner quatscht. Niemand spricht dich an, jene, die dich kennen sagen „Guten Morgen“, „Servus“ oder „Hallo“, nicht ein Wort mehr, keines zuviel, wie gute Prosa, sie lächeln dabei und du lächelst, machst beinahe glückselig dein Ding, schwitzt und keuchst, und aus den verdammten Boxen kommt nicht ein verdammter Ton. Keine Musik. Nichts, niente, rien, nada.

Okay. Es ist nicht so genial, wie frühmorgens mit dem Boot auf den spiegelglatten See hinausfahren, nicht so hammermäßig, wie ein Sonnenaufgang in den Bergen, aber fast. ES ist das Beste, was diese Stadt zu bieten hat. Und ich weiß, diese 20 Euronen die ich jeden Monat dafür löhne, sind die besten 20 Euros die ich jeden Monat ausgebe. Für mich und für alle Ewigkeit. Amen.

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