„Schlechtwettermenschen“

Als ich heute das Geisteszentrum verließ, überholte mich einer der Kollegen, grüßte und trat in das Schneegestöber hinaus. Er trug Sportzeugs, kurze Hosen, T-Shirt, Laufschuhe, und so ging er durch den schneidenden Wind, vorbei am SV-Gebäude, vorbei an der Kirche, bis ich ihn aus den Augen verlor.

Ja, ich mag Leute, die solches tun. Leute, die im Winter Radfahren oder Sandalen tragen. Es sind meist nette Menschen. Vor ein paar Jahren, als meine jüngste Tochter noch klein war, besorgte ich mir eine Jahreskarte für den Zoo, und wir gingen oft am Sonntag hin, picknickten und warfen den Seehunden Schneebälle zum Spielen ins Wasser. (Natürlich nur im Winter.) Und es gab auch einen großen Spielplatz.
Wir gingen aber nur bei „Schlechtwetter“ hin. Im Winter, bei Nieselregen, drohendem Regen, schnödem Wind und all so was, niemals bei eitel Sonnenschein. Und so lernten wir hin wieder jene netten Menschen kennen, die sich ebenfalls nicht vom „Schlechtwetter“ abschrecken ließen.

Ich kam zum Schluss: „Schlechtwettermenschen“ sind freundlicher, geduldiger und gelassener als sogenannte „Schönwettermenschen“. Und einem Typen, der in kurzen Hosen und T-Shirt durch ein Schneegstöber wandert traue ich einfach.

Also wenn ihr mich mal reinlegen wollt, dann macht ihr das am Besten leichtbekleidet bei schneidender Kälte. Da schnurre ich wie ein Kätzchen …

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