Kurzroman (2)

„Es wäre von Vorteil, wenn Sie ihrer Katze ein neues Klo hinstellen würden. Katzen defäkieren nicht gerne in dunklen Höhlen, sie wollen den Überblick über potentielle Fressfeinde behalten. Für sie, und auch andere Tiere, ist der Moment der Defäkation, ein Moment der Gefahr. Außerdem mögen Katzen keinen Urin- und Kotgeruch. Das sind zwei Gründe warum ihnen Carlo ins Bett gegackt hat.“
Sie hatte sich ins Eck der Couch gefläzt und blickte mich herablassend an. Sie schüttelte langsam den Kopf. Nicht heftig, aber unmissverständlich. Drei Knöpfe ihrer hellblauen Bluse waren geöffnet und ihr BH war, das erriet ich, ein paar Nummern zu groß und wattiert.
„Nein, nein“, sagte sie, „diese Tiere wissen ganz genau was sie tun. Carlo ist sauer, weil ich ihm zu wenig Aufmerksamkeit schenke.“
Ich blickte sie an und verzog den Mund. Die Lady wollte nicht meine Hilfe als anerkannter „Katzenflüsterer“, nein, sie bezahlte mich dafür, dass sie mich heruntermachen konnte.

Es gibt nichts trostloseres, als dumme Menschen mit zuviel Geld.

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