Fuck, odrrr?

Es ist immer auf’s Neue spannend, nach einigen Tagen unterwegs (bei Freunden in Deutschland und Schweiz) gutgelaunt wieder nach Wien zurückzukehren. Ich frage mich jedes Mal, wie lange es dauert, bis mich der Grant wieder hat; der Hass, die Abscheu, die Verachtung.

Heute morgen, nach 4 Tagen, war es so weit. Nach dem Training im Geisteszentrum. Auf dem Weg in den Supermarkt. Ich ging förmlich in den Grant hinein, Schritt für Schritt, ohne jeden erkennbaren Anlass. Strange. Als würde ich vergiftet. Über die Luft, die ich einatmete.

Gestern, spätnachts, fiel ich beim finalen Zapp noch in einen „Club 2“ im ORF. Da waren sie zugange, die Weaner, die nichtanonymen Alkoholiker, der  Roland Neuwirth, der Arik Brauer und Konsorten, und beklagten wortreich winselnd den Niedergang des Wiener Idioms. Vor allem Neuwirth hätte am liebsten losgeplärrt, schaffte es aber doch nur, wie immer, auf die Deutschen zu schimpfen. Wie der Dummkopf Heinz Sychrovsky in seiner tamischen Büchersendung „erlesen“ im ORF-Kulturkaneu, zusammen mit dem dummen Miguel Herz-Krestanek, einem bedeutungslosen Schauspieler, der als Autor nun seine jüdische Familiengeschichte ausgeschlachtet hat. Selbst der nette, kluge Franz Schuh, der auch in der Runde saß wie Buddha höchstpersönlich, wirkte genervt von Herzens Platitüden, und der grenzdebilen Deutschenfeindseligkeit von Sychrovsky.
Aber ich schwiff ab. Schwoff ab.

Wie blöd diese Wiener Aborigines sind, zeigt sich auch in ihrer, alle paar Sekunden neu proklamierten Ansicht, dass das Wiener Idiom ja so reich sei, so wahnsinnig reich, so irre reich, so unerreicht reich an Ausdrücken für den Tod und so. Aber da sie Wien nie verlassen, diese 16-er Blechdödel, nur immer mit ihresgleichen rumkarabasken, können sie nicht wissen, dass alle Dialekte, Idiome und Soziolekte reich an Ausdrücken sind.

Dann musste Neuwirth noch das Wiener Begräbnislied zum Besten geben.
Dabei gibt es nur ein einziges wahres Wienerlied, gesungen von Kurt Sowinetz zur Melodie von Beethovens Ode an die Freude:

Refrain
Alle Menschen samma zwider , i mechts in die Goschn haun
Mir san alle Menschen zwider, in die Goschn mecht ichs haun.
Voda, Muada, Schwester, Bruada und de ganze Paklraß
Alle Menschen samma zwider, wann i Leit sich geh i haaß

Was, Ihr kennt mi a net leiden, und es sogts i bin net gscheid,
oba mit so blede leit werd i mi no lang net streiten …

Irgendwas ist mit dieser Stadt, das ist sicher…

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