Back in Korruptanien

Kaum verabschiedet sich unsereiner mal für ein paar Tage in die Berge und gärtnert im Garten und sanitätert im Nassbereich (tauscht unter lästerlichen Flüchen zwei Wasserhähne), geschehen die tollsten Sachen. In der Welt. Auch in Deutschland. In Korruptanien sowieso. Manchmal an allen Orten zugleich. Ein Nobelpreisträger schreibt ein so wahnsinnig tolles, wahres Gedicht. Zum Besipiel. Die Korruptanier machen einen Deal mit der Schweiz, damit die Lieblingskorruptanier der Oberkorrupten ihr Geld weiterhin steuerschonend außer Landes bringen können. Lauter so Sachen. Hervorragend. Als würde die Welt nur drauf warten, dass ich mich nicht mehr um sie kümmere, und schon flupp, bringt sie die Supershow.

Auch das Theater. Endlich kommt das Stück über den Kachelmann-Prozess! Wer hat es nicht längst sehnlichst erwartet? Wessen Geist dürstet nicht nach der Erbauung die uns dieses Drama verspricht? Aber lassen wir doch die Macher selber sprechen:

„Dabei soll es auch darum gehen, wie der Fall  (Kachelmann) „von der Umwelt ausgeschlachtet und vermarktet wird, sei es von Zeitungen, der Filmbranche oder auch uns Theatermachern“, heißt es in einer Pressemitteilung des Theaters Felina-Areal. Nicht im Mittelpunkt stehe hingegen die Frage, wer von den beiden Recht habe.“

Wenn ich es richtig verstanden habe, schnitzen die uns jetzt ein Stück aus dem Material eines vorhandenen Stücks, dessen Inhalt das Schnitzen eines Stücks aus dem Material eines vorhandenen Stücks ist, dessen Inhalt das Schnitzen eines Stücks … Nun ja. Grenzgenial, würde ich sagen.
Der Zuschauer darf im Theatersaal noch einmal erleben wie er etwas erlebt hat, das er nicht erlebt hat. Er schaut sich sozusagen auf der Bühne zu, wie er sich auf der Bühne zusieht.

So etwas muss einfach glücklich machen. Und tut es auch. Echt.

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