Henks Mail

Gestern kam eine Mail von Henk. Er bat (er bat wirklich!) sie zu publizieren. Es scheint ihm dreckig zu gehen. Das beweist allein, dass er um etwas bittet. Hier ist sie:

Hallo Niedermann

du wirst noch etwas warten müssen, bis ich dich da aus dem Blog-chain rausschneide, wie lange, ich weiß es nicht, denn ich bin verdammt nochmal deprimiert, jawoll, richtig depro, downtown, so drauf, dass ich schon ne ganze Weile nur noch diesen Tom Waits Song höre: „… drivin all the way to Reno, on the wrong side of the road…“, mit Schrotflinte hinten im Kofferraum, verstehste, Tom Waits, und das 2011, daran kann die Welt erkennen, das mein blöder Gehirnwecker irgendwo in den Ninties stehen geblieben ist, oder was?

Was mich so runterzieht ist das, nach was alle Welt so schreit und wimmert und bettelt und fleht: Ein Job. Ich habe einen Job, ich, Henk, der gottverdammt letzte Manno der seinen Arsch noch im Faulbett des Sozialstaates halten konnte ohne von den Recken der Walhalla verscheucht zu werden, aber – und ich weiß das doch-, es ist nur bullshit, denn das Schmarotzen am Sozialstaat ist doch DIE Domäne der Rechten, scheißegal, jedenfalls: Ich muss wieder ran. Schinagln. Malochen. Würgen. Bügeln. Murksen. Ins Joch. Die Brötchen verdienen oder wie man den Scheiß auch sonst noch nennen mag. Den Griechen, zum Beispiel, kann man mit so einem Müller nicht kommen. Dynamitstange ins Meer und Bumms! ist gefischt. So sind die drauf. Nur nicht schinagln. Schlaue Kerlchen. Lassen selbst ihren Feta von den käsigen Niederländern machen. Sogar die Tomaten. Nur diesen grausigen Terpentinersatz den sie Retsina nennen, vergällen sie selber und verkaufen ihn den Touris, die glauben, das sei griechische Lebensfreude, und dann lassen sie sie im Kreis rumstolpern und nennen es Sirtaki, ein Tanz, den es gar nicht gibt, na ja, die besten Linkmichel Europas leben eben nun mal in Greece und was anderes können die auch nicht. Find ich gut. Das ist echte Kultur. Ich bin leider nicht so gut. Ich kann was, ich Volldepp! Das hab ich nun davon. Muss zur Arbeit. Sagt die Uhr. Gerade jetzt…

Fortsetzung folgt…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.