Block Nr. 492

Beim Songdog Verlag, im gediegenen 2. Salon des Hauses, votierten letztes Frühjahr 5 der 7 wichtigsten Verlagsmitarbeiter für die Herausgabe eines kleinen Büchleins, und zwar auf den 17. Januar 2012. Es sollte eine Hommage an einen der größten, wichtigsten und vorbildlichsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts entstehen; ein kleiner, aber feiner Geburtstagsgruß, nämlich zum Siebziger von Muhammad Ali.

Es kommt nicht zustande. Die Hommage. Das liegt zum einen darin, dass der Songdog Verlag an Dilettantismus kränkelt, und sämtliche Fehler der Unprofessionellen macht (das muss mal gesagt sein, tammi nomal!). Nämlich? Arbeitsplätze schaffen. Für Bürolisten. Für vollkommen überflüssige, sogenannte Entscheidungsträger, Nullen im Nadelstreif, die im Salon wichtig die Beine übereinanderschlagen, Zigarillos paffen und darauf warten dass ein Kokurrenzunternehmen hopps geht, und deren verlagslosen Zugpferde in den Salon schneien; verzweifelt, pleite und notgeil, und die Songdogs sie mit Hoferfusel -den sie zuvor in Armagnac Flaschen abgefüllt haben- besoffen machen und sie dann Knebelverträge unterschreiben lassen.

Aber sie kommen nicht. Die Superautoren. Nicht mal Martin Walser. Oder Günther Grass. Vermutlich hätten die Stiesel im Songdog Salon sogar die unter Vertrag genommen. Vielleicht sogar… Aber lassen wir das.

Zum anderen geht es Muhammad Ali sehr schlecht. Es gibt nicht wenige die glauben, dass er seinen 70-ger gar nicht mehr erleben wird. Das ist traurig. Traurig für mich. Und ein paar Millionen andere. Und es bringt einem wieder mal nahe, dass wir – wie unlängst Neil Young an einem Konzert bemerkte – in ein Alter kommen, wo wir unsere Eltern verlieren.

Und Muhammad Ali ist einer davon.

(Diesen Blockeintrag verfasste der Autor im Stil Ingo Schulzes)

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