Über die Verachtung

„Der Abhörskandal bei der britischen „News of the World“ bestätigt viele in ihrem Vorurteil über die Boulevardpresse. Doch wer auf die bunten Blätter herabschaut, verachtet in Wahrheit auch das Volk, das diese Medien groß und mächtig macht“

schreibt Jan Fleischhauer in Spiegel online, und ich kenne dieses „Volksverachtungs-Gedöns“, das praktisch wortwörtlich auch bei den Neo-Nazisschen der österreichischen FPÖ gepflegt wird, es ist das Hämmerchen, welches heraus geholt wird, wenn das Hämesichelchen beim Dengelmeister der Kronenzeitungen darauf wartet, nachgeschärft zu werden.

Es verwundert nie, dass die rechten Volksliebhaber immer nur jenen Teil der Bevölkerung als Volk bezeichnen, der ausschließlich Boulevard ist und liest, und auch gar nicht anders könne, wie sie nicht müde werden zu beteuern, da die anderen, das Nicht-Volk, die Intellektuellen, die Zweifler, die Gutmenschen, die Linken, die Künstler, kurz: jene Bagage, die von Tuten und Blasen, und der Realität im Gemeindebau keine Ahnung hat, ihnen gewissermaßen davor steht, vor der Bildung und dem Wohlleben, und dass Volksbildung sowieso etwas anderes sei, als jenes humanistische, realitätsferne Geschwurbel, das in den linkslinken Schulen, und wo auch immer, abgesondert werde.

Also, das Volk, das sie meinen, ist Teil eines Volkes, nämlich jener Teil, der mit seiner Verachtung für alles Intellektuelle, Feine, Zweifelnde, Verzweifelte, Anti-akklamative, mitunter Ängstliche, nie hinterm Berg hält, und das sein Menschenrecht auf neverending Dummheit nicht nur in Leserbriefen einfordert.

Aber so sind die rechten Genösschen halt: Immer Opfer.

Wer sich verächtlich verhält, wird zu Recht verachtet.

2 Antworten auf „Über die Verachtung“

  1. Schlimmer als Nazis sind doch „Nazi-Arsch-Lecker“.. von diesem spricht der Niedermann doch eigentlich, wenn er vom „Volk“ redet???
    Der Unterschied zwischen „Boulevardleser“ und „Progrom-Mitmacher“ dürfte in vielen Fällen nur marginal sein…

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