Wie das Gemüse auf unsere Landkarten kam

Wie viele Länder erst durch Kriegsgeschehen und Gräuel in unsere Bewusstseinslandkarten geätzt werden, so bringt uns EHEC nahe, unter welch abstrusen, widerlichen und ausbeuterischen Bedingungen unsere tägliche Gurke, unsere Tomaten/Mozzarella-Platte, die gefüllten Papkrika und die leckeren Erdbeertörtchen produziert werden. Wir sahen die schockierenden Weiten der weißen Plastik-Wüsten in Südspanien, wir sahen die ausgemergelten Männer, die 16 Stunden, in schier unerträglicher Hitze, in beißendem Gestank (sahen wir nicht, können wir uns aber vorstellen) an der Arbeit für unseren Gusto verschmachten. Rechtlos. Und die Zyniker unter uns werden trocken bemerken, dass sie damit noch besser bedient sind, als in ihren Herkunftsländern.

Wenn sie dereinst, in naher Zukunft, durch unsere cleanen Straßen streifen, wie Zombies in Intensivstationen und auf der Suche nach ein wenig Linderung ihrer Qual, was werden wir dann tun?

Dem Staat unsere Dienste als Rücktransporter anbieten?

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