Onkel Thom

Ich habe einen Onkel. Nennen wir ihn Thom. Dieser Onkel ist immer lustig. Seine Stimme dröhnt und vibriert vor Jovialität. Er reißt gerne Witze. Man kann sie nicht als Herrenwitze bezeichnen, da es verdammt gute Herrenwitze gibt. Damit ist es auch schon heraus: Seine Witze sind nicht gut. Sie sind anzüglich. Sie spielen auf eine spießige Art immer auf das Verhältnis von Frauen und Männern an. Man hat den Eindruck, dass Onkel Thom permanent notgeil ist und deswegen bei jeder Gelegenheit irgendwas anzügliches von sich geben muss. Aber vermutlich ist er gar nicht notgeil. Nur impotent und eine Fummeltrine. Immer muss sein Händchen irgendwo auf einem Frauen-Bein-Hintern-Schulter-Arm-usw. landen.

Ich glaube, diese Art Onkel stirbt langsam aus. Man ist immer etwas peinlich berührt wenn Onkel Thom wieder ein Witzchen reißt. Und meistens weiß man schon im Vorhinein wann und wie der Witz kommt. Es ist ziemlich langweilig, und wie gesagt peinlich. Aber Onkel Thom ist der Meinung, dass er sich das heraus nehmen kann, und dass wir seine Witze gut finden.

Gestern hat dieser Onkel zum letzten Mal „Wetten dass…“ moderiert.

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