Christoph Bauer: „Der Bericht“

Der Schweizer Schriftsteller Christoph Bauer ( “Ekstase“, “Mikromelodramen” “Die selbstreflexive Endlosschleife” u.v.m. ) hat ein neues Buch geschrieben. Er schickte das Typoskript an den Songdog Verlag. Er schickte keine Pdf-Datei, die dann von einer der hier herumwusenlnden Praktikantinnen auf einer unserer vielen, herumstehenden Druckern ausgedruckt wurde, sondern ein gewichtiges Stück Papier. (So macht man das, Kollegen!)

Ich dachte sofort, nein, das geht nicht, nicht schon wieder ein dickes Buch, ein Roman gar; denn dicke Bücher in kleinen Auflagen sind für schmalste Budgets von Mini-Verlagen eine Bedrohung. Besonders für den einzigen Nicht-Staatsverlag Österreichs, der auch noch, gleichsam mit seinen Steuergeldern, die Konkurrenz mästet, und ihr diese toll aufgebrezelten Ausgaben ermöglicht, die sich genauso wenig verkaufen, aber die durch die Subi richtig zulangen können.

Ich fing dann doch zu lesen an. In drei Zügen hatte ich es durch. Ich empfand Dankbarkeit. Wie lange hatte ich kein Buch mehr in die Finger bekommen, bei dem ich mich bereits bei der ersten Lesepause darauf freute, das Teil wieder aufzuschlagen? Lange, lange.

Christoph Bauers „Der Bericht“ ist ein Bekenntnis. Es ist das schonungslose, aufrichtige Confiteor eines Mannes Anfang seiner Fünfziger, einer, der sich (und uns auch) fragt, wo eigentlich alles geblieben ist? Die wilden, trunkenen Jahre? Der Aufstand? Die Rebellion? Die Träume? Ja, auch die Träume. Und er hält diese Träume wie einen fadenscheinig gewordenen Teppich gegen das Sonnenlicht und sieht sich die durchgetretenen Stellen an. Er schont sich nicht. Er schont uns nicht. Seine Weggefährten. Die Freunde. Die Feinde.

„Der Bericht“ ist mehr als ein mutiges Buch. Es fordert auch auch den Mut des Lesers heraus. Keine Eso-Tunke a la Coelho, kein weichgespültes „Literatur-Soma“ das dem Leser wie einer süchtigen Laborratte mit der Pipette eingeträufelt wird, sondern richtiger Stoff. Und ich scheue mich nicht, „Der Bericht“ in einem Atemzug mit „Kohelet“ dem Buch des Prediger Salomo, zu nennen.

Der Leser wird keine einzige larmoyante Zeile finden, aber viele, deren dunkle Poesie ihn berühren werden, und er wird, wenn es ihm ernst ist, seinen Mut, am Mut des Autors messen müssen, und sich fragen: Wie schaut’s denn bei mir aus? Was ist wahr? Und was ist Batacca?

Wer mehr wissen will, kann sich auf der HP des Verlags informieren.

Wer bis Ende März bestellt, erhält das Buch (versandkostenfrei) zum Subskriptionspreis von CHF 20.- / Euro 13.- (Danach CHF 25,- / Euro 16.-

„Der Bericht“ erscheint im April 2011.

Wer das Buch besprechen möchte, kann beim Verlag ein Rez.Ex. anforden.

Bestellungen: verlag@songdog.at

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