… finden laufend untergriffige Beleidigungen ungeahnten Ausmaßes statt…©Franzobel

Wer sich dieser Tage „medial“ etwas umschaut, stößt allerorten auf Thomas Bernhard. Denn morgen, am 9. Februar, wäre er 80 Jahre alt geworden. Er hat es leider nicht geschafft. Er starb im Februar 1989 an Morbus Boeck.

Ich reihe mich nicht in die Schar der postmortem Gratulanten ein. Nur soviel: Bernhard hatte recht. Mit so ziemlich allem. Und die 3 schmalen Romane der „Keller-Trilogie“ sind eine Offenbarung. Gut, das musste jetzt sein. Befließen nehmen sich die Kollegen des Koffers an, und machen den Dienstmann. Zum Beispiel wartet Franzobel im Standard mit tollen Stilblüten auf: “ … finden laufend untergriffige Beleidigungen ungeahnten Ausmaßes statt …“

Genießen Sie den Satz, lassen Sie ihn auf der Zunge zergehen, und dann denken Sie kurz darüber nach, was Thomas Bernhard zu dem Ding eingefallen wäre.

Eben.

Eine Antwort auf „… finden laufend untergriffige Beleidigungen ungeahnten Ausmaßes statt…©Franzobel“

  1. Er hätte sich im Keller versteckt, wäre enttäuscht gewesen, dass sogar die intelligenteren unter ihnen, den immer über ihre Väter prahlenden jungen Männern, Tautologien anwandten, die aber gleichzeitig angaben, jene überall sofort als solche zu erkennen, wobei sie nicht einmal bemerkten, dass sie selbst der bequemen Ausdrucksweise anheim fielen, bequem, weil es scheinbar doppelt überzeugend ist, wenn man zum Beispiel meint, eine Beleidigung als untergriffig bezeichnen zu müssen, wo eine Beleidigung doch immer untergriffig sein wird und niemals nett.
    Das ist, was ich glaube, was Thomas Bernhard geschrieben hätte.

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