Die Verösterreicherung Deutschlands

Deutschland unterschied sich nicht nur durch die gemeinsame Sprache von Österreich, sondern auch -sehr wohltuend – durch eine hochstehende Rücktrittskultur bei Politikern, Wirtschaftskapitänen und Beamten. Verglich man in dieser Hinsicht die beiden Länder, so war es, als würde man Beethovens Symphonien dem Trommelkursus einer Männerselbsthilfegruppe gegenüberstellen. In Österreich ist es wie in einer stillgelegten U-Bahnstation: Da tritt niemand zurück.

Aber damit ist jetzt Essig. Seit Guttenberg – der lügenhafte Dieb geistigen Eigentums, der Adlige mit dem Grasserfimmel (immer nur soviel zugeben wie man ihm auch nachweisen kann), der schneidige Minister mit der unsichtbaren Reitgerte-, eben nicht zurücktritt.

Auch Deutschland wird wohl nun katholisch und berlusconisiert. Und „Bild“ macht die „Krone“, schielt auf die Umfragen, kampagnisiert und schreibt sich den Plagiator und Plaudermann schön. Eine Art „Fox News“ der Printmedien.

Aber so ist die Gier: Unersättlich. Wenn man schon Papst ist, will man auch noch Kaiser sein.

Servus, Deutschland!

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