Ich arbeite noch daran

Meine ältere Tochter, sie wird 13, liest viel. Ihr geht der Lesestoff aus. Sie findet die Bücher aus der nahen Bücherei: Bubi. Oder sie hat sie bereits gelesen. Ich lasse meinen Blick über meine paar hundert Bücher schweifen. Na ja. Sie hat es bereits mit Cormac McCarthy versucht, aber den brach sie ab, weil sie ihn nicht mehr verstand. Jetzt liest sie zum zweiten oder dritten Mal Orwells Farm der Tiere. Auch gut. Als ich so alt war wie sie, hatte ich meine lange Western-Groschenheft-Phase. G.F. Unger. Lassiter et alii.

Jawoll. Und wenn sich die Lady Sorgen um den Helden machte, wusste man, jetzt hat es sie erwischt. Sie ist verliebt. Auch einige meiner Freunde lasen Western. Einer ist heute ein berühmter Regisseur und bekam neulich den Grimme-Preis für einen Krimi auf Amrum. Ich wollte so sein wie Lassiter: Wortkarg, stark, schmalhüftig und breitschultrig, ein Mann, der sein Wort hielt, auf den man sich verlassen konnte, einer, der nie klein bei gab, einen verdammten Weidezaun ziehen konnte, und nicht jammerte, wenn er mal schlechte Karten hatte. Genau so einer. Und ehrlich auch, und gerade heraus. Ein Kerl, der es mit vielen aufnehmen konnte, aber gerecht, und mit dem Herz auf dem rechten Fleck. So einer eben.

Daran hat sich eigentlich nichts geändert. Ich arbeite immer noch hart daran.

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