Hier ist zu Haus, Mama

Gestern saß ich mit meinem Kollegen Christoph Bauer, dem Autor vieler Bücher, und auch des einen, das im Frühling 2011 bei Songdog erscheinen wird, im Anzengruber. Hubert Winkels schaute vorbei, und die ganze dichtende Prominenz die dieser Tage Wien belagert, war auch da. Oder auch nicht. Jedenfalls tranken wir ne Menge Bier, er, der Christoph, kleine, und ich, der Niedermann, große; er Budweiser, ich Grießkirchner, und da saßen wir, tranken und redeten. Und wie wir so redeten und tranken, wurde mir wieder einmal klar, was Heimat ist: Heimat ist, wenn ich sagen kann, dass „Verlorene“ von Cormac McCarthy mit Célines „Reise ans Ende der Nacht“ vergleichbar ist, und auch dessen Güte hat, wenn nicht noch die größere. Und wenn ich darüber schwadroniere und schwärme und Textstellen expliziere und erkläre, warum diese so großartig sind, dass einem die Tränen kommen könnten, und man beinahe wieder mit den Menschen ausgesöhnt ist, weil es welche gibt, die sowas können, so was wie der Anfang von „Verlorene“, und wenn dann derjenige, der da zuhört, einfach weiß, von was ich rede, ohne ein Wort der Erklärung, ohne eine einzige Frage zu stellen, der vielleicht manchmal einfach zustimmend nickt, und manchmal einen Glanz in die Augen kriegt, ja dann, dann ist es wieder so weit: Dann bin ich zu Hause.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.