Polittalkambiente

Gestern sah ich mir „Anne Will“ an. Eine schöne, kluge Frau. Sie hat die Kontrahenten im Griff. Sie ist gut vorbereitet und in der Sache firm. Es gibt ähnliche „Polittalk“-Formate auch in der Schweiz und in Österreich. Die Unterschiede, nur schon in den Locations, sind bemerkenswert.

Bei „Anne Will“ ist das Licht ordentlich, es ist hell, der Raum ist weit, die Diskutanten sitzen in bequemen Sesseln und haben genügend Platz, ihre Beine auszustrecken. Sie können ihren Nachbarn berühren, müssen aber nicht.

In der Schweizer „Arena“ steht man. In einem Oval, an zwei Theken. Das Publikum ist wie in einer Arena rundherum gruppiert, und es darf mitdiskutieren. Der Moderator steht und geht herum.

Im ORF sitzen die Diskutanten vor dem Wienernachthimmel. Sie versinken in weichen Sesseln. Es herrscht ein Halbdunkel, und es ist klaustrophobisch eng. Meistens reden alle zur selben Zeit. Noch besser ist das „Club2“-Ambiente. Wenn man genau hinhört, kann man die Motten an den schweren Plüschvorhängen nagen hören.

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